Windpark Silventus (OÖ): Als Bürgerinitiative “getarnte” Online-Marketing-Initiativen sollen Pro-Silventus Schwenk in der Öffentlichkeit bewirken. Das Naheverhältnis der Windkraftindustrie zur OÖ-Landespolitik wird somit noch klarer sichtbar…ein trauriges Sittenbild
Mittwoch, September 1st, 2010Nachdem 2010 die Einspeisetarife dem Förderhunger der Windparkbetreiber wieder zu Gesicht standen und die Perspektiven für den Windpark Silventus (OÖ) eher schlecht waren, versuchte die politverflochtene Windkraftindustrie in Oberösterreich das Ruder herumzureissen um auch ganz sicher zum Zug zu kommen. Die Bemühungen und Verflechtungen hinter den offenkundig lobbygesteuerten Maßnahmen (zb. prowind.at) liess viele Menschen enttäuscht zurück. Hier ein kurzer Einblick in die OÖ-Windkraftposse.
Was mit einer konzertierten Online-Umfrage in einem Regionalmedium begann, endete schließlich in einem uns vorliegendem Argumentarium (einem Schreiben an politische Entscheidungsträger), um damit den zaudernden Regionalpolitikern die Pro-Silventus Stimmung der Bevölkerung aufzuzeigen. Abgesehen von der Problematik solcher Web-Umfragen und der seltsamen Form der Fragestellung schien in unseren Augen eine ganze Crew an “JA”-Clickern unterwegs gewesen zu sein, um das gewünschte Ergebnis zu fabrizieren. Schwer beweisbar, aber naheliegend…Lückenlos belegbar hingegen ist das Naheverhältnis der OÖ-Landespolitik (Rudolf Anschober) zur OÖ-Windkraftindustrie, wie folgende Recherchen zeigen sollen.
Prowind.at – eine Bürgerinitiative in der Hand der Wirtschaft

Prowind.at - die Zusammenhänge rund um eine Bürgerinitiative für mehr Windkraft in Österreich (c) prowind.at/Level Seven OG/Facebook/Twitter/Rudolf Anschober (Collage)
Bei der Betrachtung der Darstellung fallen eine Reihe von Zusammenhängen ins Auge, die wohl kaum dem Zufall entsprungen sein können. Einerseits die zeitliche Nähe der Gründung von prowind.at und der Betreiber-Offensive für den Windpark Silventus. Zweitens die Nähe der Protagonisten untereinander (hier dargestellt ausgehenend vom Facebook-Profil des grünen oberösterreichischem Landesrats Rudolf “Rudi” Anschober), der zb. Joachim Payr von der Energiewerkstatt GmbH zu seinem Freundeskreis zählt.
Dieser wiederum zählt zb. Christian Salletmayer (den Ehemann von Energiewerkstatt GmbH Prokuristin Elfriede Salletmayer) und Hans-Peter Traunig (Geschäftsführer der Level Seven OG) zu seinen Freunden. Dieser jene Hans-Peter Traunig zeichnet aber für die Webseite prowind.at verantwortlich. Des weiteren führt die Spur der Marketingagentur Level Seven OG zu einer Reihe anderer Webseiten (teils Firmenreferenzen von Level Seven OG) aus der Windkraftszene.
Twittergigant Prowind.at? – “Computerisiertes” Marketing soll offenbar große Zahl von Windkraft-Sympathisanten suggerieren…
Besonderes Erstaunen löst bei vielen Beobachtern jedoch die Marketing-Schiene von prowindkraft.at auf Twitter aus. So kann der Twitter-Kanal von prowindkraft.at (mehr: http://twitter.com/ProWindkraft) in den 7 Monaten seines Bestehens auf sage und schreibe 2.500 Follower blicken. In anderen Worten: 2.500 Personen abonnierten also die bis dato 47 Kurzmeldungen von Prowind.at! Ein einsamer Rekord und man könnte meinen, die Initiative Prowind.at müsse wohl DER österreichische Twitter-Erfolg des Jahres sein. Stolz schreibt auch twitter/prowind.at am 14.4.2010: “Seit heute haben wir mehr als 1000 Follower auf unserem Twitteraccount” und am 29. April: “PROWind Initiative wächst, und wächst, und wächst”. Gratuliere!
Schaut man sich dann auch noch die Internet-Kompetenzen von Level Seven OG an, dann ist wohl davon auszugehen, dass es sich hier um ein großangelegtes (anzunehmenderweise kostenpflichtiges – wer zahlt hier?) Follow-me/Follow-you Programm handeln dürfte. Dies wird auch durch die Tatsache unterstrichen, dass das Verhältnis “Follower” zu “Following” nahezu ausgeglichen ist.
Zweifelhafte Gefolgschaft
Ernüchterung macht sich jedoch breit, wenn man die Abonnenten analysiert, sind dies doch zu 90% englischsprachige Accounts, die wohl kaum Interesse an Austro-Windkraft haben dürften. Dass zu den Gefolgsleuten von prowind.at auch zweifelshafte, rechtslastige User wie “Germania Records” (mehr – http://www.germaniaversand.de/), “Neuer Weg” (bezeichnen Bill Gates als Eugeniker) und “liebeundsex” zählen, dürfte in der Masse (statt Klasse?) untergehen…naja, wenn’s hilft.
Natürlich haben Sie, liebe Leser, darüber zu entscheiden ob Prowind.at ein Senkrechtstarter im Bereich einer Bürgerbewegung oder doch nur heisse Luft (Pardon: Wind) ist. Wir würden es niemals wagen, ein solches Urteil zu fällen…













