Artikel zum Thema: ‘Die Trickkiste der Windkraftlobby’

DI Felix Montecuccoli: “lieber Kürzungen bei der Familienbeihilfe als bei Agrarförderungen” (Standard) – Die graue Eminenz von “Windkraft im Wald” spricht über die Finanz-Probleme von Großgrundbesitzern

Montag, September 6th, 2010

Es war wohl ein Fehler, einem solch neoliberalen* Medium wie dem Standard ein Interview zu geben. Noch dazu wo es doch weitaus vermögendere, adelige Empfänger von Agrarsubventionen gibt. Nämlich auch solche, die sich rühmen ökologisch land- und forstwirtschaftlich tätig zu sein und sich ebenfalls für “Windkraft im Wald” einsetzen.

Denn wie wir ja nun wissen geht es den Großgrundbesitzern immer schlechter und daher darf weder an Einheitswert oder an den Förderungen gerüttelt werden und daher muss es halt einfach her: Das ertragbringende Windrädchen im Wald. Also offenbar schlecht beraten wagte sich DI Montecuccoli in die Höhle des atheistischen* Medien-Löwen namens “Standard” und stand dorf Rede und Antwort. Nicht auszudenken, wenn er das Interview der rechts-sensationistischen* Krone oder dem opportunistischen Skandalblatt* Österreich gegeben hätte. Insofern noch einmal glimplich davon gekommen.

DI Felix Montecuccoli, Großgrundbesitzer und Empfänger von Agrarförderungen im Interview - (c) Standard/Transparenzdatenbank.at/Montage

DI Felix Montecuccoli, Großgrundbesitzer und Empfänger von Agrarförderungen im Interview - (c) Standard/Transparenzdatenbank.at/Montage

Und wir merken uns bitte: Wenn das Budget saniert werden soll, brauchen wir nur die Agrarförderungen gleich lassen und die Familienbeihilfen kürzen. Zusammen mit der “Öko-Steuer” von Minister Pröll und den hohen Strompreisen für Endverbraucher schaffen wir das. Ganz sicher! An die PR-Abteilung von DI Montecuccoli: Bitte das nächste Mal nur mehr Interviewanfragen mit “Der österreichische Landwirt” oder der “Bauernzeitung” erlauben. Ihr Chef wird es Ihnen danken!

(*) mit dem Stern gekennzeichnete Beschreibungen sind bitte besonders ironisch zu betrachten

Windpark Silventus (OÖ): Als Bürgerinitiative “getarnte” Online-Marketing-Initiativen sollen Pro-Silventus Schwenk in der Öffentlichkeit bewirken. Das Naheverhältnis der Windkraftindustrie zur OÖ-Landespolitik wird somit noch klarer sichtbar…ein trauriges Sittenbild

Mittwoch, September 1st, 2010

Nachdem 2010 die Einspeisetarife dem Förderhunger der Windparkbetreiber wieder zu Gesicht standen und die Perspektiven für den Windpark Silventus (OÖ) eher schlecht waren, versuchte die politverflochtene Windkraftindustrie in Oberösterreich das Ruder herumzureissen um auch ganz sicher zum Zug zu kommen. Die Bemühungen und Verflechtungen hinter den offenkundig lobbygesteuerten Maßnahmen (zb. prowind.at) liess viele Menschen enttäuscht zurück. Hier ein kurzer Einblick in die OÖ-Windkraftposse.

Was mit einer konzertierten Online-Umfrage in einem Regionalmedium begann, endete schließlich in einem uns vorliegendem Argumentarium (einem Schreiben an politische Entscheidungsträger), um damit den zaudernden Regionalpolitikern die Pro-Silventus Stimmung der Bevölkerung aufzuzeigen. Abgesehen von der Problematik solcher Web-Umfragen und der seltsamen Form der Fragestellung schien in unseren Augen eine ganze Crew an “JA”-Clickern unterwegs gewesen zu sein, um das gewünschte Ergebnis zu fabrizieren. Schwer beweisbar, aber naheliegend…Lückenlos belegbar hingegen ist das Naheverhältnis der OÖ-Landespolitik (Rudolf Anschober) zur OÖ-Windkraftindustrie, wie folgende Recherchen zeigen sollen.

Prowind.at – eine Bürgerinitiative in der Hand der Wirtschaft

Prowind.at - die Zusammenhänge rund um eine Bürgerinitiative für mehr Windkraft in Österreich (c) prowind.at/Level Seven OG/Facebook/Twitter/Rudolf Anschober (Collage)

Prowind.at - die Zusammenhänge rund um eine Bürgerinitiative für mehr Windkraft in Österreich (c) prowind.at/Level Seven OG/Facebook/Twitter/Rudolf Anschober (Collage)

Bei der Betrachtung der Darstellung fallen eine Reihe von Zusammenhängen ins Auge, die wohl kaum dem Zufall entsprungen sein können. Einerseits die zeitliche Nähe der Gründung von prowind.at und der Betreiber-Offensive für den Windpark Silventus. Zweitens die Nähe der Protagonisten untereinander (hier dargestellt ausgehenend vom Facebook-Profil des grünen oberösterreichischem Landesrats Rudolf “Rudi” Anschober), der zb. Joachim Payr von der Energiewerkstatt GmbH zu seinem Freundeskreis zählt.

Dieser wiederum zählt zb. Christian Salletmayer (den Ehemann von Energiewerkstatt GmbH Prokuristin Elfriede Salletmayer) und Hans-Peter Traunig (Geschäftsführer der Level Seven OG) zu seinen Freunden. Dieser jene Hans-Peter Traunig zeichnet aber für die Webseite prowind.at verantwortlich. Des weiteren führt die Spur der Marketingagentur Level Seven OG zu einer Reihe anderer Webseiten (teils Firmenreferenzen von Level Seven OG) aus der Windkraftszene.

Twittergigant Prowind.at? – “Computerisiertes” Marketing soll offenbar große Zahl von Windkraft-Sympathisanten suggerieren…
Besonderes Erstaunen löst bei vielen Beobachtern jedoch die Marketing-Schiene von prowindkraft.at auf Twitter aus. So kann der Twitter-Kanal von prowindkraft.at (mehr: http://twitter.com/ProWindkraft) in den 7 Monaten seines Bestehens auf sage und schreibe 2.500 Follower blicken. In anderen Worten: 2.500 Personen abonnierten also die bis dato 47 Kurzmeldungen von Prowind.at! Ein einsamer Rekord  und man könnte meinen, die Initiative Prowind.at müsse wohl DER österreichische Twitter-Erfolg des Jahres sein. Stolz schreibt auch twitter/prowind.at am 14.4.2010: “Seit heute haben wir mehr als 1000 Follower auf unserem Twitteraccount” und am 29. April: “PROWind Initiative wächst, und wächst, und wächst”. Gratuliere!

Schaut man sich dann auch noch die Internet-Kompetenzen von Level Seven OG an, dann ist wohl davon auszugehen, dass es sich hier um ein großangelegtes (anzunehmenderweise kostenpflichtiges – wer zahlt hier?) Follow-me/Follow-you Programm handeln dürfte. Dies wird auch durch die Tatsache unterstrichen, dass das Verhältnis “Follower” zu “Following” nahezu ausgeglichen ist.

Zweifelhafte Gefolgschaft
Ernüchterung macht sich jedoch breit, wenn man die Abonnenten analysiert, sind dies doch zu 90% englischsprachige Accounts, die wohl kaum Interesse an Austro-Windkraft haben dürften. Dass zu den Gefolgsleuten von prowind.at auch zweifelshafte, rechtslastige User wie “Germania Records” (mehr – http://www.germaniaversand.de/), “Neuer Weg” (bezeichnen Bill Gates als Eugeniker) und “liebeundsex” zählen, dürfte in der Masse (statt Klasse?) untergehen…naja, wenn’s hilft.

Natürlich haben Sie, liebe Leser, darüber zu entscheiden ob Prowind.at ein Senkrechtstarter im Bereich einer Bürgerbewegung oder doch nur heisse Luft (Pardon: Wind) ist. Wir würden es niemals wagen, ein solches Urteil zu fällen…

“Ökostromförderung am Limit” – Salzburger Nachrichten berichten im Klartext über teure Windkraft-Förderung in Österreich

Samstag, August 28th, 2010

Österreich ringt um Sparpotential, die Windkraftlobby um Förderungen. So könnte man das verantwortungslose Vorgehen des herrschen Wind-Apostolats in unserem Land beschreiben. Dies ist auch der Grund, warum sowohl die Big Player wie auch die kleineren Fördergünstlinge bereits Schlange nach den Förderungen stehen. Mitte des Jahres forderte daher auch die IG Windkraft die Vergrößerung des Fördertopfs (mehr…). Wirtschaftliche denkende Instanzen, wie die E-Control, fordern genau das Gegenteil.

Eine der wenigen objektiven Instanzen, die E-Control (mehr…), wies daher auch vor kurzem wieder darauf hin, dass die Ökostromförderung am Limit ist. Wir stellen uns die Frage, wo hier die gerechte Verteilung von Resourcen bleibt, wenn eine so unsichere Energiegewinnungsform wie der Windstrom so gefördert wird. Solange die Förderung nicht reduziert wird, kann sich Österreich weiterhin von windmessianischen Marketingbotschaften, die letztenendes sowohl den Wald wie auch den Markt ruinieren, kaum retten.

Ökostromförderung am Limit - (C) Salzburger Nachrichten/sxc.hu/Collage

Ökostromförderung am Limit - (C) Salzburger Nachrichten/sxc.hu/Collage

Europa und Österreich können sich die teuren Förderungen von Windstrom nicht mehr leisten
Unter anderem heisst es in dem Artikel der Salzburger Nachrichten (mehr…) wie folgt: “In Europa werden zunehmend Zweifel an den massiven Förderungen von Ökostrom laut.”

“Auch der heimische Energieregulator, E-Control-Chef Walter Boltz, fordert, die diversen Förderregime zu überdenken, weil sie „langsam an die Finanzierungsgrenzen kommen“ und zudem immer öfter zu Marktstörungen führen. Die aktuellen Budgetnöte in vielen europäischen Ländern seien auch eine Chance, umzudenken und in den Fördersystemen wieder die normalen ökonomischen Gesetze einzuführen, sagt Boltz den SN.”

Rettungsanker Deckelung ist zu wenig…Windkraftler kassieren weiter kräftig ab!
“In Österreich wurden solche Auswüchse durch die Deckelung der jährlichen Subventionen für neue Anlagen bei 21 Mill. Euro verhindert. Trotzdem müssten Haushalten und Unternehmen auch hier pro Jahr 250 bis 350 Mill. Euro zusätzlich berappen, um „grünen Strom“ zu fördern. Der Ökostrom-Zuschlag macht mehr als ein Fünftel des Strompreises aus.

Das System funktioniert ähnlich wie beim großen Nachbarn über Einspeistarife. Dabei wird dem Betreiber eines Windparks oder einer Biomasseanlage im Schnitt auf 15 Jahre ein bestimmter Strompreis garantiert. Die Differenz zum jeweiligen Marktpreis wird über einen komplizierten Schlüssel den Stromkunden verrechnet. Vergeben werden die Förderungen nach dem Eintreffen der Anträge.”

Keine wirtschaftliche Vernunft bei Windstrom-Förderungen
„Wir haben sämtliche ökonomischen Gesetze eigentlich außer Kraft gesetzt“, kritisiert der E-Control-Boss. Das sei für die ersten 20 oder 50 Anlagen und die ersten Prozente Ökostrom in Ordnung, „auf Dauer aber ganz gefährlich, weil wir Entwicklungen auslösen, die nur mehr aus der Motivation ,Fördermaximierung‘ getrieben sind“ und nicht mehr aus „Umweltmotivation“. Der geförderte Ökstrom-Anteil liegt in Österreich bei 9,6 Prozent, in Deutschland bei 13 bis 14 Prozent.”

Österreichische Windkraftindustrie treibt Ausweidung des Weinviertels voran – Windpark Stranzendorf heiss umkämpft…

Donnerstag, August 26th, 2010

Die Investoren jubeln (mehr…), das Volk blutet. Im bereits stark windkraftgeschädigten Weinviertel ist die Strategie der Windkraftindustrie voll aufgegangen. Intervention hinter den Kulissen begünstigten die (heurigen) hohen Einspeisetarife. Die GmbH Simonsfeld mutierte zur AG – mit DI Parrer und Dr. Nährer an Bord. Das Geld kommt in dreifacher Hinsicht vom Volk – der Ertrag bleibt natürlich nicht dort. Die Ausweidung des Weinviertels schreitet also weiter fort.

Traurig daran ist die Tatsache, dass gerade jene Partei, die sich immer für das Weinviertel stark machte, diese Region opfert. Vorbei sind die Ankündigungen “Ausbautempo drosseln” (LR Sobotka 2004 vor den Wahlen). Das Volk will mit Strom versorgt werden – die Umwelt will geschont werden. Natürlich mit Windkraft – die böse Wasserkraft hamma in Österreich ja nur ganz beschränkt. Da muss man schon in die Tasche greifen. Gleich dreifach, wenn nicht mehr, oder? Einerseits zahlt der Bürger für mehr teuren Strom, investiert in eine Risiko-AG und drittens hat er geldwerte Nachteile für die Zerstörung seiner Region hinzunehmen.

“Fürstentum Stranzendorf” und die selben alten Methoden
So bezeichnen die kritischen Bürger das kleine Straßendorf mit weniger als 500 Einwohnern. Die Konstellation ist ideal, die Vorbereitung (wie so oft) suboptimal. Leisten sich Windparkbetreiber in Kärnten zum Beispiel Hochglanzfolder und PR von Pleon-Publico (Zigarrenclub-Connection), muss die frisch kapitalisierte AG Windkraft Simonsfeld sparen udn setzt auf die altbewährte “Hintenrum”-Methode. Anschreien, Ausperren, wenig informieren (lesenwert ist der offene Brief an den Vizebürgermeister Haslinger – mehr…) – all das ist bekannt von Windparks aus der Vergangenheit und wird von den regionalen Industrie-Vasallen willfährig unterstützt.

Sparen, drüberfahren, abkassieren…
So groß kann doch der Widerstand gar nicht sein. Dass sich nun ein Wettkönig einmischt und der WK Simonsfeld AG das Geschäft wegnehmen will (mehr…), sehen wir nur als skurrilen Wettlauf um die Marie. Hier müssen Stammtisch-Guerilla, Vizebürgermeister-Streicheln und ein paar Billigfolder reichen. Inhalt und Methode sind bekannt: Wollt ihr Atomstrom? Nein! Wollte ihr aufs Fernsehen verzichten? Nein! Was wollt ihr dann? W-I-N-D-K-R-A-F-T! Oder? Na eben – geht doch.

Weitere Informationen über die neuste Weinviertler “Billig”-Posse der Windkraftlobby

NÖN – Windkraft-Projekt spaltet 350 Einwohner-Ort (mehr…)
Bezirksblätter – Heftiger Widerstand gegen Windkraftanlage (mehr…)

Windkraftindustrie- und Polit-Theater um “Windpark Silventus” zeigt die Winkelzüge und das Netzwerk der österreichischen Windkraftlobby exemplarisch auf

Montag, Juli 12th, 2010

“Sauber, unendlich, sicher” – diesen Spruch lesen sowohl Österreichs Kinder, wie auch alle Besucher von Veranstaltungen der Windkraftindustrie. So wie beim aufblasbaren Windrad verbirgt sich auch hinter vielen Aussagen von Vertretern der Windkraftindustrie das selbe, nämlich heisse Luft. Weil die Entwicklungen in der Gemeinde Lohnsburg nicht wie erhofft von statten gingen, wandert der Wald-Windpark nun nach Pöndorf (OÖ) (mehr…). Der dortige Bürgermeister Johann Zieher übt auch schon in seinen ersten Begegnungen mit der Presse etwas ungelenk Stimmung für die Windindustrieanlage zu machen.

Dabei gibt er eine Jahrhunderterkenntnis von sich, die sogar renommierte Energieexperten überrascht: “Wir können nicht ewig vom Öl zehren.” Mit dieser propehtischen Gabe ausgestattet versucht er Argumente für den Windpark zu finden. Wir nehmen letztendlich aber an, dass eher finanzielle Anreize (in Form von “Ausgleichsmaßnahmen”, etc.)  für die Gemeinde Pöndorf eine tragende Rolle übernehmen werden.

Windpark Silventus - ein Waldwindpark im Fokus der österreichischen Windkraftindustrie (c) ÖÖN, IG Windkraft, prowind.at & RAUS aus EURATOM/Collage

Windpark Silventus - ein Waldwindpark im Fokus der österreichischen Windkraftindustrie (c) ÖÖN, IG Windkraft, prowind.at & RAUS aus EURATOM/Collage

Künstliche Feinde werden mit Hilfe von Vorfeldorganisation zur Windkraftwerbung herangezogen
Mit vielen, teils künstlich aus dem Boden gestampften Vorfeldorganisationen (prowind.at – mehr…). Die Feinde sind schnell ausgemacht: Einerseits die Atomkraft – hier stellt die “unabhängige” (mehr…) und wirkungsarme Organisation NEIN ZU EURATOM (mehr…) ein Bollwerk gegen die Atomkraft dar. Blöd, dass die Atomkraft durch ihre Grundlastfähigkeit eine der Schattenseiten der Windkraftnutzung darstellt, wie das manager magazin.de darstellt (mehr…). Naja, zur Not gibt es ja noch das üble Russen-Gas, dessen Ausbleiben im Jahr 2009 eine wahre PR-Lawine der IG Windkraft auslöste (mehr…). Blöd auch hier, dass auch Gasturbinen zur Stromsicherung in windarmen Zeiten herangezogen werden. Die Firma Siemens profitiert dabei doppelt von dem Trend, da es sowohl Gasturbinen wie auch Teile für die Windkraftindustrie produziert. So sagte Michael Süß der Chef der Division Fossil Power Generation: “Es wäre falsch, einen Gegensatz zwischen erneuerbaren Energien und fossilen Energien zu erzeugen. Schließlich zieht jeder Windpark auch ein Gaskraftwerk zur Lastabsicherung hinter sich her”. Naja, probieren kann man’s ja.

Die Stimmen aus dem Volk, die keine sind, rufen immer mehr Gegenstimmen hervor
Neben Anschober’schen Massenpresseaussendungen in Bezug auf Windkraft – natürlich rechtzeitig nach Inkrafttreten der Einspeistarifverordnung und knapp vor Silventus-bezogenen Ortsentscheidungen versucht auch die völlig unabhängige Plattform prowind.at (mehr…) Stimmung zu machen und schliesst dabei nur den Kreis unter jenen eingefleischten Windkraftfreunden und Sympathisanten, die sich auch schon vorher kannten. Da helfen auch Facebook, Twitter und Co. wenig. Die Stimmung in der Bevölkerung ist gegen den Windpark Silventus, zumal das auffällige Werben und das druckvolle Intervenieren aller Beteiligten (inkl. OÖ Umweltlandesrat Anschober) für ein sich energiewirtschaftlich bescheiden wirksamen Kraftwerks im Wald einfach schon auffällig wird.

Da wundert es kaum, dass Leserstimmen laut werden, die da schreiben: “Es ist ein Grundsatz seriöser Politik, dem Ergebnis von laufenden Verfahren nicht vorzugreifen. Für Grün-Landesrat Anschober scheint das nicht zu gelten. Schon vor Abschluss des UVP-Verfahrens zum Windprojekt Silventus im Kobernaußerwald verkündet er in einer Presseaussendung vom 19. April 2010 das Ergebnis: Die von führenden Sachverständigen des Landes erstellten negativen Fachgutachten zum Natur- und Landschaftsschutz wertet er ab und erhebt diffuse „klimarelevante Vorteile“ zur Entscheidungsgrundlage für die Umweltverträglichkeit des Projektes.” (mehr…) Da wundert es kaum, dass sich auch eingeschworene und uninformierte “wird schon für was gut sein” Befürworter von diesen aggressiven Methoden einer Industrie abgestossen fühlen, zumal der Nutzen von Windkraft im Wald äußerst beschränkt ist. Die 240% Ertrag versprechenden Google-Anzeigen, die neben jeden Artikel über Windkraft aufscheinen, zeigen auch klar das wahre Interesse der Betreiber und einer Industrie, die ihre letzte Glaubwürdigkeit bald verlieren wird.

Tausende engagierte österreichische Bürger arbeiten unentgeltlich und großteils unwissentlich für die österreichische Windkraftindustrie – Das Energieautarkie-Modell “Energiebaukasten” der Firma Energiewerkstatt GmbH

Donnerstag, Juli 1st, 2010

“Am Anfang war die Angst” – So könnte man die einleitenden Worte des markenrechtlich geschützten Energiebaukastens (mehr…) der Firma Energiewerkstatt GmbH (mehr…)  in Munderfing (OÖ) umschreiben. Nicht als Gottes Geschenk, aber als Geschenk des führenden Planers von Windkraftanlagen an willige Gemeinden soll der Energiebaukasten österreichischen Kommunen den Umstieg auf erneuerbare Energien in Richtung “Energieautarkie” (mehr…) zu erleichtern. An sich lobenswert. Aber ist dieses Geschenk auch ein völlig Uneigennütziges oder steckt hier etwas dahinter? Nun, böse Zungen bezeichnen dies als Danaergeschenk der österreichischen Windkraftindustrie.

Wagen wir einmal einen Blick hinein. Das umfangreiche Werk schmückt sich mit dem Anspruch alle Formen erneuerbarer Energie zu verwenden. Beginnend mit dem Droh-Szenarien von steigenden Energiepreisen und Treibstoffkosten, den Kriegen um Öl und Gas (Die mexikanische Ölpest gab es noch nicht), Naturkatastrophen und Klimawandel erscheint dem unbedarften Leser der Energiebaukasten als rettendes Konzept. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch eine inhaltlich und strategische Bevorzugung des Energieträgers Windkraft auf. Parallel dazu geht die Erwähnung und die mit der Energieautarkie verbundene Erreichung der Zielsetzungen durch Wasserkraft praktisch gegen Null. In vorgeschriebenen Formvorlagen geht dies dann soweit, dass die Perspektiven der Wasserkraft gegen Null gehen, während konkrete Anregungen zur Errichtung eines Windparks schon “vorgeschrieben” sind.

Der Energiebaukasten (c) der Firma Energiewerkstatt GmbH in Munderfing als stark einseitig ausgerichtetes Werbe-Instrument der Windkraftindustrie in Österreich - (c) 2010 Energiewerkstatt GmbH, Munderfing/Montage

Der Energiebaukasten (c) der Firma Energiewerkstatt GmbH in Munderfing als stark einseitig ausgerichtetes Werbe-Instrument der Windkraftindustrie in Österreich - (c) 2010 Energiewerkstatt GmbH, Munderfing/Montage

Somit entpuppt sich der “unabhängige” Energiebaukasten als schlecht gemachtes, aber dennoch auf den ersten Blick verstecktes Werbeinstrument der Windkraftindustrie. Somit relativiert sich auch die freie Verfügbarkeit und die unentgeltliche Verwendung dieses Baukastens. Die ethisch verwerfliche Komponente ist jedoch die, dass viele Gemeinde, die vom Land Niederösterreich oder Oberösterreich dieses Instrumentarium erhalten, nahezu ungeschaut Windkraftanlagen in ihre Gemeinde hineinimportieren. Egal, ob der Wind passt – gleichgültig, wie es mit der Flora und Fauna ausschaut – die Windkraft muss in jede Gemeinde rein. Das nennen wir Ettikettenschwindel und bleibt zu hinterfragen, was die Bürger dazu sagen werden, wenn sich ein “unabhängiges” Angebot in der Tiefe als Verkaufsförderer für Windkraftanlagen herausstellt. Unter dem Deckmantel der gemeinsamen Arbeit an der bildet die freiwillige Arbeit der Bürger, Gemeinderäte und Umweltfreunde die Basis für den Profit der Anlagenbetreiber. Letztendlich arbeiten also engagierte Menschen unentgeltlich für einen Industriezweig, der seine räumlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Grenzen nicht anerkennt. Das nennen wir einmal eine Energiewende. Bedenkt man nun, in wievielen Gemeinden dieser Energiebaukasten zum Einsatz kommt bzw. kommen wird, kann man nur annehmen, dass die politischen Verantwortlichen angesichts dieses volks- und energiewirtschaftlichen Unfugs entweder unwissend oder unwillig sind. Beides ein Anlass zu handeln!

Danaergeschenk

Windenergie und fossile Energien arbeiten Hand in Hand: ‘Wenn der Blinde den Einäugigen schimpft’. – “Grüne Österreichs – Quo vadis?”

Mittwoch, Juni 23rd, 2010

“Man kann heute nicht mehr unterscheiden, ob ein Grüner spricht oder zum Beispiel einer von der ÖVP”. Dieser Spruch stammt nicht von der SPÖ oder gar der FPÖ oder dem BZÖ, nein er stammt von einem grünen Urgestein, das sich nie ein Blatt vor den Mund nahm, nämlich von Johannes Voggenhuber (mehr…).

Weiters meint Voggenhuber, dass die Grünen “unvollständige und oberflächliche Antworten” geben und beschreibt diese als “hermetische Führungsclique, die Machterhalt betreibt”. Ein Blick nach Oberösterreich zeigt, was es für Volk und Natur heisst, wenn sich alternatives Denken mit dem Establishment verbrüdert. Denn da wird dann kräftig durchgezogen…

Grüner OÖ Landesrat Rudolf "Rudi" Anschober fordert mehr Windkraft im Wald - (c) Die Grünen OÖ/Montage

Grüner OÖ Landesrat Rudolf "Rudi" Anschober fordert mehr Windkraft im Wald - (c) Die Grünen OÖ/Montage

…allerdings nicht mehr die biologisch anbaubaren Kräuterzigaretten der Öko-Rebellen von einst, sondern die grünen Geldscheine, die Windkraftwerke im Wald bringen sollen. Da geht die grüne Partei (ehemalige Umweltpartei Österreichs?) mit der Windkraftindustrie plakativ Hand in Hand. In Presseaussendungen zum strategisch korrekten Zeitpunkt wie vor der Gemeinderat-Abstimmung in Lohnsburg (mehr…) und weil’ so schön ist auch den Windpark Eiskogel (mehr…) im Traunviertel. Nicht nur wir fragen uns:  Warum schützen die Grünen nicht mehr das Ökosystem Wald?

Ohne fossile Energien kann es keine Windkraft geben! Traurig, aber wahr.

“Es wäre falsch, einen Gegensatz zwischen erneuerbaren Energien und fossilen Energien zu erzeugen. Schließlich zieht jeder Windpark auch ein Gaskraftwerk zur Lastabsicherung hinter sich her” – sagt Michael Süß, Chef der Division Fossil Power Generation bei Siemens (mehr…). Ein Umstand, den Ihnen die Windkraftindustrie tunlichst verschweigt.

"Es wäre falsch, einen Gegensatz zwischen erneuerbaren Energien und fossilen Energien zu erzeugen. Schließlich zieht jeder Windpark auch ein Gaskraftwerk zur Lastabsicherung hinter sich her" - Michael Süß, Chef der Division Fossil Power Generation bei Siemens - (c) Welt Online/Auschnitt

"Es wäre falsch, einen Gegensatz zwischen erneuerbaren Energien und fossilen Energien zu erzeugen. Schließlich zieht jeder Windpark auch ein Gaskraftwerk zur Lastabsicherung hinter sich her" - Michael Süß, Chef der Division Fossil Power Generation bei Siemens - (c) Welt Online/Auschnitt

Wenn dann die grünen Wiener Kollegen mit mehrmonatiger Verspätung ein Transparent ausrollen (mehr…) und die fossilen Energien in Grund und Boden verteufeln, dann vergessen sie leider auch eines: Es sind die die Gaskraftwerke, die Kohlekraftwerke und nicht zu vergessen die Atomkraft, die der nicht grundlastfähigen Windenergie den Rückhalt geben, den sie brauchen. Schlimmer noch: Mit jedem errichteten Windkraftwerk muss im Stromverbund vorgesorgt werden, dass die windigen “Öko-Mühlen” einen Rückhalt haben. Wenn dann dieses absurde Prinzip bis in unsere Wälder fortgeführt wird, dann sagen wir: HALT!

IG Windkraft: Angstmache und falsche Beruhigung

Werbebanner der IG Windkraft anlässlich der Gaskrise in Russland 2009 - (C) 2009 IG Windkraft/Montage

Werbebanner der IG Windkraft anlässlich der Gaskrise in Russland 2009 - (C) 2009 IG Windkraft/Montage

Erinnern Sie sich noch an den Spruch: “Gas kann man abdrehen, den Wind nicht. Wir machen unabhängig. IG Windkraft.” Spätenstens jetzt sollte die IG Windkraft aufhören, den blödsinnigen Slogan bei drohenden Gaskrisen noch einmal einzusetzen. Gerade die Windkraftindustrie ist vom “bösen Russengas abhängig”. Überzeugen Sie sich selbst, wie die IG Windkraft im Rahmen der Gaskrise 2009 der Bevölkerung einreden wollte, dass Windkraft unabhängig macht. (mehr…) Bemitleidenswert ist die Tatsache, dass sich eine Índustrie auf eine solche Angstmache inklusive einer völlig sinnlosen Beruhigung einlassen muss, um ihre Produkte zu verkaufen und sympathisch zu machen. So viel zur” sauberen Windkraft”.

Windkraftgegner* in Österreich: Auch wir schlucken nicht jede Krot (oder: das verräterische Schweigen der einstigen Umwelt-Pioniere in Österreich)

Montag, Juni 21st, 2010

Nicht enden wollende EU-Förderungen und steuerliche Begünstigungen für unsere Großgrundbesitzer, die sich ein Zubrot mit Windkraftwerken verdienen (wollen) und die angedachte Öko-Steuer (C02-Steuer) des Finanzministers, die alles andere als konsumentenfreundlich werden soll. Nicht nur uns platzt der Kragen. Die Windkraftindustrie ist dabei seit Jahren einer der Preistreiber – eine Zeche, die wir alle gemeinsam zahlen.  Die aktuelle Kampagne der österreichischen Arbeiterkammer mit dem Titel “Schluck nicht jede Krot!” (mehr… greift zwei wichtige Aspekte auf, die in der Windkraftszene zum Tragen kommen.

Schluck die Krot' net - Mogelpackung Co2-Abgabe & Sonderrechte für Großgrundbesitzer - (C) Arbeiterkammer 2010/Montage

Schluck die Krot' net - Mogelpackung Co2-Abgabe & Sonderrechte für Großgrundbesitzer - (C) Arbeiterkammer 2010/Montage

So wie die Windkraftindustrie das Vorpreschen in Österreichs Wälder als ökologisch vertretbar hält und damit die letzte Bastion der Unschuld verliert, so denkt auch das Finanzministerium mit der CO2-Abgabe (auch unter der irreführenden Bezeichnung Öko-Steuer bekannt). Die Formel lautet dabei: “Nimm das Geld von den Kleinen und gebe es den Großen. Vergiss nicht das Ganze gerecht zu nennen.” Dass sich der Kreis schliesst, wenn diejenigen, die für Ihren Grund und Boden aufgrund der Einheitswertberechnung seit Jahren weniger Steuern zahlen als andere und dann noch mit einer volkswirtschaftlich vernichtenden Technologie namens Windenergienutzung Geld verdienen wollen, ist dann nur mehr das Tüpfelchen auf dem “i”.

Einstige Umwelt-Pioniere unterstützen Abzockpläne und Klientelpolitik
Da nutzt es auch nichts, wenn einst lobenswerte Proponenten wie Dr. Gerhard Heilingbrunner (Hainburg-Kämpfer und ÖVP naher Umweltdachverband-Chef, mehr…) in den Medien einen Sparplan (mehr…) vorlegen, der in Wirklichkeit ein Belastungsplan ist.  Leider gleiten auch verdiente Bürgerbewegungen, wie die Hainburger-Protestbewegung von einst in den Polit-Sumpf und Establishment-Mainstream ab, so dass von dieser Vorschlägen weder sozial noch wirtschaftlich etwas zu halten ist. Die Zeit ist reif, dass der vernünftige Protest gegen die unvernünftige Windkraft (* Gegnerschaft gegen Windkraft im Wald und ökologisch sensiblen Regionen) die Rolle einnimmt, die die Hainburg-Rebellen damals einnahmen. Es bleibt zu hoffen, dass 25 Jahre später aus dem Mund dieser Generation bürgerfreundlichere Worte kommen werden.

Das verräterrische Schweigen des Dr. H. …
PS.: Dr. Heilingbrunner und der Umweltdachverband haben sich in der Causa “Windpark Hafnerbach” nie die Mühe genommen zu antworten – trotz mehrmaliger Nachfrage. Kein Wunder ist doch die IG Windkraft Mitglied im Umweltdachverband (mehr…). Wenn es sich um ein Wasserkraftwerk gehandelt hätte, wäre die Sache schon anders gewesen, oder?! Denn laut Umweltdachverband greifen ja die bösen Wasserkraftwerke massiv (mehr…) an und von Windkraftwerken ist beim UWD wie seit Jahren kein Wort zu hören. Zufällig? Notwendig? Cui bono?

Geschäftsführer der IG Windkraft, Mag. Stefan Moidl, rettete als WWF’ler einstmals Wälder – knapp zehn Jahre später “rettet” er Windkraftwerke! Glaubwürdig?

Sonntag, Juni 20th, 2010

Grün und sauber…so soll sie sein, eine Industrie, die nur das beste will. Hört man, liest man. Pikant ist, dass der jetzige Geschäftsführer der IG Windkraft Mag. Stefan Moidl (mehr…) in früheren Jahre vehement für den Wald, im konkreten für den Wienerwald kämpfte. So schrieb er im Jahr 2001 in seiner Tätigkeit für den WWF: “Stoppt die Zerstörung des Wienerwaldes! Stoppt die Waldverkäufe!” (mehr…)

IG  Windkraft Geschäftsführer Mag. Stefan Moidl rettete früher Wälder - (C)  purkerdorf-online.at
IG Windkraft Geschäftsführer Mag. Stefan Moidl rettete früher Wälder – (C) purkersdorf-online.at

Dabei schrieb unter anderem wie folgt: “Ökologisch wertvoll: Der Wienerwald zählt zu den artenreichsten Waldökosystemen Österreichs. Eine Studie des Europarates unterstreicht seinen ökologische Wert als letzter großer, noch weitest gehend intakter Buchenwald Europas!”. Weiters erging sich Mag. Moidl in folgender Argumentation: “Bedrohte Vielfalt/Ökologisches Image: Das Prädikat “Nationalpark-Region” könnte vor Allem für touristische Leitbetriebe und Gemeinden eine Aufwertung des ökologischen Images bedeuten. Neue Chancen für eine nachhaltige Entwicklung und ökologisch verträglichen Tourismus wären damit eröffnet, wie es bereits andere österreichische Nationalparks vorgezeigt haben.” (mehr…)

Moooment? Ökologisch wertvoll, Tourismus? Sind das nicht die Argumente, die die IG Windkraft und die Windkraftunternehmen bei der Errichtung von Windparks wie dem auf der Petzen (Ktn.), am Eiskogel (OÖ), Silventus (OÖ), etc. predigen? Wir können nur eines schlussfolgern, nämlich dass die IG Windkraft weit besser zahlt als der WWF und dass gewisse Argumente offenbar beliebig austauschbar sind, wenn sie nur gut klingen!

Codename “Windpark Eiskogel (OÖ)” – der nächste geförderte Frontal-Angriff auf Österreichs Wald-Ökosystem im Heimat-Bundesland der Windkraftindustrie – natürlich nach Schema F

Donnerstag, Juni 17th, 2010

“Die Anhebung der Windkraft-Förderung löst einen Bauboom aus. Die Subventionstöpfe für dreieinhalb Jahre sind verplant.” so untertitelte der KURIER seinen Artikel “Wettlauf um neue Windräder” (mehr…). Eine Aufforderung, die natürlich im Heimatbundesland der Windkraftindustrie in Oberösterreich, wahrscheinlich schon vor der neuen Ökostromverordnung wörtlich genommen wurde. Und so müssen sie her: Die Windräder im Wald. Diesmal im Visier: Der Eiskogel – ein bewaldetes Ökoparadies in Oberösterreich.

Inmitten der Gemeinden Pettenbach, Steinbach am Ziehberg und Inszersdorf im Kremstal (Bezirk Kirchberg). Im Gegensatz zu anderen Waldwindparkregionen dürften aber die vifen Eiskogler (“Freunde des Eiskogels” mehr…) die Öko-Schönfärberei der dortigen Industrie rascher durchschaut haben als manch andere Gemeinden (zb.: Windpark Sternwind, durch Bürgerproteste zu Fall gebrachter Windpark Hafnerbach). Die Gegner des Windparks formierten sich rasch und gingen an die Öffentlichkeit.

"Gegenwind für geplante Windräder - Widerstand gegen Eiskogel-Windpark" (c) OÖ Bezirksrundschau - Juni 2010

"Gegenwind für geplante Windräder - Widerstand gegen Eiskogel-Windpark" (c) OÖ Bezirksrundschau - Juni 2010

Kein Wunder, agieren doch in dieser Region der grüne Landesrat Anschober, der im April 2010 eine weitere Verstärkung der Windkraft forderte (mehr…). Doch die Region bietet mehr: Die gespaltenen Energiewerkstatt-Zwillinge  bestehend aus dem Verein Energiewerkstatt (Betreiber d. gepl. Windparks Eiskogel) und der Energiewerkstatt GmbH. Die GmbH ist der führende Planer von Windindustrieanlagenund schon lange im Kreuzfeuer der Kritik. Jüngster Anlassfall war die Affäre “Silventus”, bei der kurz vor der Abstimmung der Gemeinde Lohnsburg ein Entgelt von 40.000 € pro Windrad in Aussicht gestellt wurde. Diese Entscheidungshilfe, brachte dann die mediale Frage nach “Bestechung im Gemeinderat?” (mehr…) auf.

Das Schema F – Wer kann da schon nein sagen?

Von der Vorgansgweise erinnert der “Windpark Eiskogel” an das Schema F der Windkraftindustrie, wenn es darum geht, so rasch wie möglich einen Subventionspark zu errichten. Vorverhandlungen mit den Grundeigentümern im Vorfeld, blitz-blank polierte Präsentation vor den Augen der Bürger und dann das obligatorische “Politiker-Werben”. Wer kann denn da schon nein sagen? Doch nur Quertreiber, Querulanten und Naivlinge. Auf keinen Fall, vernünftige, gestandene Bürger.

Interessant auch die meist anfänglich naive Haltung der Regionalpresse, die mit Fragen wie “Unterstützen Sie die Windkraft in Ihrer Gemeinde?” und “Naturschutz versus erneuerbare Energie” das Brett neben dem Nagel trifft. Die Fragestellung weist dabei eine Konkretheit auf, die mit der “Sind Sie im Allgmeinen für Vorteile?” vergleichbar ist. Nein sagen gilt natürlich nicht. Eh kloa. Fragt sich nur ob sich Bürger, Regionalpresse und Entscheidungsträger statt “Naturschutz versus erneuerbare Energie” einmal fragen werden “Naturschutz oder subventionierte, artenbedrohende Finanzierung von Privatunternehmen mit schwankendem Ertrag und volkswirtschaftlichen Nachteilen én masse?”. Wenn’s doch alle nur so gut mit dem Eiskogel meinen würden. Gerade jetzt.

Zu Webseite der “Freunde des Eiskogels

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