Artikel zum Thema: ‘Pressespiegel’

DI Felix Montecuccoli: “lieber Kürzungen bei der Familienbeihilfe als bei Agrarförderungen” (Standard) – Die graue Eminenz von “Windkraft im Wald” spricht über die Finanz-Probleme von Großgrundbesitzern

Montag, September 6th, 2010

Es war wohl ein Fehler, einem solch neoliberalen* Medium wie dem Standard ein Interview zu geben. Noch dazu wo es doch weitaus vermögendere, adelige Empfänger von Agrarsubventionen gibt. Nämlich auch solche, die sich rühmen ökologisch land- und forstwirtschaftlich tätig zu sein und sich ebenfalls für “Windkraft im Wald” einsetzen.

Denn wie wir ja nun wissen geht es den Großgrundbesitzern immer schlechter und daher darf weder an Einheitswert oder an den Förderungen gerüttelt werden und daher muss es halt einfach her: Das ertragbringende Windrädchen im Wald. Also offenbar schlecht beraten wagte sich DI Montecuccoli in die Höhle des atheistischen* Medien-Löwen namens “Standard” und stand dorf Rede und Antwort. Nicht auszudenken, wenn er das Interview der rechts-sensationistischen* Krone oder dem opportunistischen Skandalblatt* Österreich gegeben hätte. Insofern noch einmal glimplich davon gekommen.

DI Felix Montecuccoli, Großgrundbesitzer und Empfänger von Agrarförderungen im Interview - (c) Standard/Transparenzdatenbank.at/Montage

DI Felix Montecuccoli, Großgrundbesitzer und Empfänger von Agrarförderungen im Interview - (c) Standard/Transparenzdatenbank.at/Montage

Und wir merken uns bitte: Wenn das Budget saniert werden soll, brauchen wir nur die Agrarförderungen gleich lassen und die Familienbeihilfen kürzen. Zusammen mit der “Öko-Steuer” von Minister Pröll und den hohen Strompreisen für Endverbraucher schaffen wir das. Ganz sicher! An die PR-Abteilung von DI Montecuccoli: Bitte das nächste Mal nur mehr Interviewanfragen mit “Der österreichische Landwirt” oder der “Bauernzeitung” erlauben. Ihr Chef wird es Ihnen danken!

(*) mit dem Stern gekennzeichnete Beschreibungen sind bitte besonders ironisch zu betrachten

Die Presse: “Schwarzbuch Landwirtschaft” kritisiert Agrarförderungen für Millionäre” – Folgenschwere Verflechtung von Agrar-, Forst- und Windkraftgrossindustrie

Dienstag, August 31st, 2010

Der agrarische Boden Österreichs, auf dem auch die österreichische Windkraft bestens gedeiht, bietet schon seit Langem für viele Menschen den Anlass über Sinn und Unsinn von Förderungen nachzudenken. Kritikern wird jedoch von bekannter Seite vorgehalten, dass diese Förderungen ja vor allem den “kleinen Bauern” zugute kämen. Seltsamerweise werden die kleinen Bauern immer weniger und die Großbauern immer größer. Das “Schwarzbuch Landwirtschaft” von Hans Weiss hat die Fakten zusammengetragen. Wir kommen natürlich nicht umhin die entsprechenden Parallel zur Windkraftindustrie in Österreich zu ziehen, sind doch die Akteure, Profiteure und Proponenten zum großen Teil die selben.

Hans Weiss - Schwarzbuch Landwirtschaft - Die Machenschaften der Agrarpolitik - © 2010 Carl Hanser Verlag, München

Hans Weiss - Schwarzbuch Landwirtschaft - Die Machenschaften der Agrarpolitik - © 2010 Carl Hanser Verlag, München

Nur 20% aller Agrarförderungen gehen an die kleinen Bauern!
Keine Undercoverspionage war notwendig – der Autor Hans Weiss hat seine Informationen aus öffentlichen Quellen zusammengetragen, unter anderem auch aus der von vielen gefürchteten “Transparenzdatenbank” (mehr…). Nach dem Studium der Zahlen kommt der Autor zu einer erschreckendenen Erkenntnis: “Insgesamt kommen nur rund zwanzig Prozent aller Agrarsubventionen den vielbeschworenen “kleinen Bauern” zugute”, schreibt Weiss. Der Rest gehe an Großbauern, an Raiffeisen-dominierte Lebensmittelfirmen, an Privatstiftungen und an reiche Österreicher (mehr…). “Wer erhält Agrargelder in Österreich?” fragt die Zeitschrift “Der Landwirt” und listet die Nutzniesser nach Bundesland aufgeschlüsselt brav auf (mehr…)

Windkraft als neuer Erwerbszweig der oberen (agrarischen und forstlichen) Zehntausend…drei Branchen – eine Szene!
Was in der Land- und Forstwirtschaft gilt, kann auch in der österreichischen Windkraftszene als gültig angesehen werden. Große Betreibe kassieren hohe Förderungen und bringen das Kapital auf, Windkraftwerke zu errichten. Den Rücken stärken ihnen dabei natürlich die selben Organisationen und Politiker, die dies auch bei ihren “Bodengeschäften” tun. Um sich jeglicher unwürdiger kleinwindkraftlicher und teils bürgerlicher Konkurrenz zu entledigen, werden rasch AGs gegründet um mit Risikokapitel aus dem Volk abzucashen, bis der Sparkurs der Regierung dem Förderwahnsinn den Hahn abdreht. Doch bis es so weit ist, werden noch viele Wind-Megawattstunden 13 Jahre lang vergütet werden und der einfache Bürger noch zusätzlich mit “Ökosteuern” belegt werden, damit Österreich sauber bleibt.

Natürlich heisst es von genau den selben Öko-Saubermännern: “Hände weg von der Industrie! Denn die paar Gramm CO2, die die Industrie ausstößt, sparen wir ja ganz einfach mit zirka 800.000 Windrädern und dem nötigen Backup von Atomstrom wieder ein”. Also bitte alle merken: Alles aus dem Volk – für das Volk. Was will man bitte noch mehr?

ö1: “Schwarzbuch: Subventionen für Milliardäre” (mehr…)

“Ökostromförderung am Limit” – Salzburger Nachrichten berichten im Klartext über teure Windkraft-Förderung in Österreich

Samstag, August 28th, 2010

Österreich ringt um Sparpotential, die Windkraftlobby um Förderungen. So könnte man das verantwortungslose Vorgehen des herrschen Wind-Apostolats in unserem Land beschreiben. Dies ist auch der Grund, warum sowohl die Big Player wie auch die kleineren Fördergünstlinge bereits Schlange nach den Förderungen stehen. Mitte des Jahres forderte daher auch die IG Windkraft die Vergrößerung des Fördertopfs (mehr…). Wirtschaftliche denkende Instanzen, wie die E-Control, fordern genau das Gegenteil.

Eine der wenigen objektiven Instanzen, die E-Control (mehr…), wies daher auch vor kurzem wieder darauf hin, dass die Ökostromförderung am Limit ist. Wir stellen uns die Frage, wo hier die gerechte Verteilung von Resourcen bleibt, wenn eine so unsichere Energiegewinnungsform wie der Windstrom so gefördert wird. Solange die Förderung nicht reduziert wird, kann sich Österreich weiterhin von windmessianischen Marketingbotschaften, die letztenendes sowohl den Wald wie auch den Markt ruinieren, kaum retten.

Ökostromförderung am Limit - (C) Salzburger Nachrichten/sxc.hu/Collage

Ökostromförderung am Limit - (C) Salzburger Nachrichten/sxc.hu/Collage

Europa und Österreich können sich die teuren Förderungen von Windstrom nicht mehr leisten
Unter anderem heisst es in dem Artikel der Salzburger Nachrichten (mehr…) wie folgt: “In Europa werden zunehmend Zweifel an den massiven Förderungen von Ökostrom laut.”

“Auch der heimische Energieregulator, E-Control-Chef Walter Boltz, fordert, die diversen Förderregime zu überdenken, weil sie „langsam an die Finanzierungsgrenzen kommen“ und zudem immer öfter zu Marktstörungen führen. Die aktuellen Budgetnöte in vielen europäischen Ländern seien auch eine Chance, umzudenken und in den Fördersystemen wieder die normalen ökonomischen Gesetze einzuführen, sagt Boltz den SN.”

Rettungsanker Deckelung ist zu wenig…Windkraftler kassieren weiter kräftig ab!
“In Österreich wurden solche Auswüchse durch die Deckelung der jährlichen Subventionen für neue Anlagen bei 21 Mill. Euro verhindert. Trotzdem müssten Haushalten und Unternehmen auch hier pro Jahr 250 bis 350 Mill. Euro zusätzlich berappen, um „grünen Strom“ zu fördern. Der Ökostrom-Zuschlag macht mehr als ein Fünftel des Strompreises aus.

Das System funktioniert ähnlich wie beim großen Nachbarn über Einspeistarife. Dabei wird dem Betreiber eines Windparks oder einer Biomasseanlage im Schnitt auf 15 Jahre ein bestimmter Strompreis garantiert. Die Differenz zum jeweiligen Marktpreis wird über einen komplizierten Schlüssel den Stromkunden verrechnet. Vergeben werden die Förderungen nach dem Eintreffen der Anträge.”

Keine wirtschaftliche Vernunft bei Windstrom-Förderungen
„Wir haben sämtliche ökonomischen Gesetze eigentlich außer Kraft gesetzt“, kritisiert der E-Control-Boss. Das sei für die ersten 20 oder 50 Anlagen und die ersten Prozente Ökostrom in Ordnung, „auf Dauer aber ganz gefährlich, weil wir Entwicklungen auslösen, die nur mehr aus der Motivation ,Fördermaximierung‘ getrieben sind“ und nicht mehr aus „Umweltmotivation“. Der geförderte Ökstrom-Anteil liegt in Österreich bei 9,6 Prozent, in Deutschland bei 13 bis 14 Prozent.”

Österreichische Windkraftindustrie treibt Ausweidung des Weinviertels voran – Windpark Stranzendorf heiss umkämpft…

Donnerstag, August 26th, 2010

Die Investoren jubeln (mehr…), das Volk blutet. Im bereits stark windkraftgeschädigten Weinviertel ist die Strategie der Windkraftindustrie voll aufgegangen. Intervention hinter den Kulissen begünstigten die (heurigen) hohen Einspeisetarife. Die GmbH Simonsfeld mutierte zur AG – mit DI Parrer und Dr. Nährer an Bord. Das Geld kommt in dreifacher Hinsicht vom Volk – der Ertrag bleibt natürlich nicht dort. Die Ausweidung des Weinviertels schreitet also weiter fort.

Traurig daran ist die Tatsache, dass gerade jene Partei, die sich immer für das Weinviertel stark machte, diese Region opfert. Vorbei sind die Ankündigungen “Ausbautempo drosseln” (LR Sobotka 2004 vor den Wahlen). Das Volk will mit Strom versorgt werden – die Umwelt will geschont werden. Natürlich mit Windkraft – die böse Wasserkraft hamma in Österreich ja nur ganz beschränkt. Da muss man schon in die Tasche greifen. Gleich dreifach, wenn nicht mehr, oder? Einerseits zahlt der Bürger für mehr teuren Strom, investiert in eine Risiko-AG und drittens hat er geldwerte Nachteile für die Zerstörung seiner Region hinzunehmen.

“Fürstentum Stranzendorf” und die selben alten Methoden
So bezeichnen die kritischen Bürger das kleine Straßendorf mit weniger als 500 Einwohnern. Die Konstellation ist ideal, die Vorbereitung (wie so oft) suboptimal. Leisten sich Windparkbetreiber in Kärnten zum Beispiel Hochglanzfolder und PR von Pleon-Publico (Zigarrenclub-Connection), muss die frisch kapitalisierte AG Windkraft Simonsfeld sparen udn setzt auf die altbewährte “Hintenrum”-Methode. Anschreien, Ausperren, wenig informieren (lesenwert ist der offene Brief an den Vizebürgermeister Haslinger – mehr…) – all das ist bekannt von Windparks aus der Vergangenheit und wird von den regionalen Industrie-Vasallen willfährig unterstützt.

Sparen, drüberfahren, abkassieren…
So groß kann doch der Widerstand gar nicht sein. Dass sich nun ein Wettkönig einmischt und der WK Simonsfeld AG das Geschäft wegnehmen will (mehr…), sehen wir nur als skurrilen Wettlauf um die Marie. Hier müssen Stammtisch-Guerilla, Vizebürgermeister-Streicheln und ein paar Billigfolder reichen. Inhalt und Methode sind bekannt: Wollt ihr Atomstrom? Nein! Wollte ihr aufs Fernsehen verzichten? Nein! Was wollt ihr dann? W-I-N-D-K-R-A-F-T! Oder? Na eben – geht doch.

Weitere Informationen über die neuste Weinviertler “Billig”-Posse der Windkraftlobby

NÖN – Windkraft-Projekt spaltet 350 Einwohner-Ort (mehr…)
Bezirksblätter – Heftiger Widerstand gegen Windkraftanlage (mehr…)

Von der Bildungskarenz zum Aufsichtsratvorsitzenden: “Die Blitzkarriere des Ex-IG Windkraft Geschäftsführers DI Stefan Hantsch”

Mittwoch, August 25th, 2010

Österreich ist in vielerlei (Wind-)Hinsicht anders. Auf dem internationalen Parkett nähert sich der Windbranchen Trendbarometer in Form der VESTAS-Aktie seinem Dreijahrestief. Offiziell unbeeindruckt beziehungsweise bockig liess es sich die IG Windkraft natürlich nicht nehmen, zur Feier der tausendsten Megawattstunde in Österreich zu laden. Ein wichtiger Vertreter vergangener Zeiten fehlte jedoch…dieser weilt nun schon im Aufsichtsrat

VESTAS Aktie nähert sich Dreijahrestief - August 2010 - (C) manager-magazin.de/Collage

VESTAS Aktie nähert sich Dreijahrestief - August 2010 - (C) manager-magazin.de/Collage

Konsequent und charmant – Die Belohnung: Aufsichtsratvorsitzender
Kein Wunder – ticken doch in Österreich die Uhren anders. So schaffte es der sympathische Diplomingenieur innerhalb weniger Jahre zum Aufsitzratvorsitzenden. Keine Streitereien mehr in Bierzelten, kein “Tag des Windes” mit lästigen Demonstranten. Diese undankbare Rolle musste nun der langjährige Pressesprecher der IG Windkraft, DI Stefan Moidl übernehmen.

Als erleuchtungsähnlichen Zustand schilderte DI Hantsch einst seine erste Begegnung mit den stählernen Kolossen: “Plötzlich stand es da, das Windrad bei der Straßenmeisterei in St.Pölten, meinem Heimatort. Für mich ein Schlüsselerlebnis.” Nach der karriere-obligaten Zwischenstation beim NGO Greenpeace St. Pölten (DI Moidl kommt übrigens vom WWF und setzte sich einst für den Wienerwald ein) stieg DI Hantsch dann bei der IG Windkraft ein, wo er sich für die geplagten Austro-Windmüller einsetzte: “Bei meinem Vordringen in das Thema Windenergie wurde ich damit konfrontiert, dass Österreich im Gegensatz zu Deutschland und Dänemark seine Windmüller sehr schlecht behandelte”, so Hantsch im O-Ton.

Der Herr lobt die Seinen und nachdem Windkraft in Österreich sowohl Adels- als auch Familienangelegenheit ist, kann sich der geborene Steirer Hantsch freuen, nun dem Aufsichtsrat der Windkraft Simonsfeld vorzustehen. Unserer Meinung nach die höchste mögliche Weihe für den bürgerlichen Diplomingenieur. Bei der WK Simonsfeld ist auch seine langjährige Wegbegleiterin und IG-Windkraft Juristin* Dr. Ursula Nährer (Nichte des NÖ-Windmüllers Herbert Rabacher aus Haindorf) angesiedelt. Wundersame Wandlungen sind jedoch der Branche Eigenart. Dass also aus der – von der IG Windkraft – angekündigten Bildungskarenz des ehrgeizigen Diplomingenieurs eine gut dotierte Aufsichtsratsfunktion wurde, ist also nur mehr für den ungeübten Beobachter verwunderlich…

* interessant an der wichtigen Rolle der Juristin Dr. Nährer in den vergangenen Jahren ist die Tatsache, dass der Aufschwung der Windkraft neben Vitamin B vor allem Marketing und Juristerei eine wichtige Rolle spielen. Soviel zur sanften Technologie Windkraft bzw. zur Sanftheit der Mittel ihrer Durchsetzung bei Bund, Land und vor allem gegenüber den Bürgern.

Rechtsgroteske um Steinbruch Paudorf-Aktivist – Der KURIER schreibt dazu: “Fotoverbot für Steinbruchgegner”

Dienstag, August 17th, 2010

Machte die Firma Asamer bis dato einen vernünftigen Eindruck, wenn es um Öffentlichkeitsarbeit und das Konzernimage ging, so verstrickt sich die Steinbruchfirma unserer Meinung nach in einer Groteske, die dem Ruf des Unternehmens nicht gerade einträglich ist. In Verbindung mit der Salamitaktik der Vertreter des Stiftes Göttweig, die einmal mit den Steinbruchgegnern sprechen will und dann wieder nicht, wird das Gesamtbild für die Öffentlichkeit immer unklarer. Dazu kommt die Tatsache, dass sich bereits 72% gegen den neuen Steinbruch Paudorf aussprachen (Umfrage von meinbezirk.at).

Fotoverbot für Steinbruchgegner - KURIER (C) 13.8.2010 - Gilbert Weisbier

Fotoverbot für Steinbruchgegner - KURIER (C) 13.8.2010 - Gilbert Weisbier

Beim einen oder anderen Leser scheinen jetzt auch die Glocken zu läuten. So ist doch den Aktivisten gegen den “Windpark Hafnerbach” vor geraumer Zeit eine Anzeige von DI Felix Montecuccoli ins Haus geflattert, da sich diese “über Erholungszwecke hinausgehend” im Wald befunden hätten. Sowohl hier wie auch in der Paudorfer Fotogroteske stehen die Urteile natürlich noch aus…Wir werden weiter dran bleiben.

Windkraftindustrie- und Polit-Theater um “Windpark Silventus” zeigt die Winkelzüge und das Netzwerk der österreichischen Windkraftlobby exemplarisch auf

Montag, Juli 12th, 2010

“Sauber, unendlich, sicher” – diesen Spruch lesen sowohl Österreichs Kinder, wie auch alle Besucher von Veranstaltungen der Windkraftindustrie. So wie beim aufblasbaren Windrad verbirgt sich auch hinter vielen Aussagen von Vertretern der Windkraftindustrie das selbe, nämlich heisse Luft. Weil die Entwicklungen in der Gemeinde Lohnsburg nicht wie erhofft von statten gingen, wandert der Wald-Windpark nun nach Pöndorf (OÖ) (mehr…). Der dortige Bürgermeister Johann Zieher übt auch schon in seinen ersten Begegnungen mit der Presse etwas ungelenk Stimmung für die Windindustrieanlage zu machen.

Dabei gibt er eine Jahrhunderterkenntnis von sich, die sogar renommierte Energieexperten überrascht: “Wir können nicht ewig vom Öl zehren.” Mit dieser propehtischen Gabe ausgestattet versucht er Argumente für den Windpark zu finden. Wir nehmen letztendlich aber an, dass eher finanzielle Anreize (in Form von “Ausgleichsmaßnahmen”, etc.)  für die Gemeinde Pöndorf eine tragende Rolle übernehmen werden.

Windpark Silventus - ein Waldwindpark im Fokus der österreichischen Windkraftindustrie (c) ÖÖN, IG Windkraft, prowind.at & RAUS aus EURATOM/Collage

Windpark Silventus - ein Waldwindpark im Fokus der österreichischen Windkraftindustrie (c) ÖÖN, IG Windkraft, prowind.at & RAUS aus EURATOM/Collage

Künstliche Feinde werden mit Hilfe von Vorfeldorganisation zur Windkraftwerbung herangezogen
Mit vielen, teils künstlich aus dem Boden gestampften Vorfeldorganisationen (prowind.at – mehr…). Die Feinde sind schnell ausgemacht: Einerseits die Atomkraft – hier stellt die “unabhängige” (mehr…) und wirkungsarme Organisation NEIN ZU EURATOM (mehr…) ein Bollwerk gegen die Atomkraft dar. Blöd, dass die Atomkraft durch ihre Grundlastfähigkeit eine der Schattenseiten der Windkraftnutzung darstellt, wie das manager magazin.de darstellt (mehr…). Naja, zur Not gibt es ja noch das üble Russen-Gas, dessen Ausbleiben im Jahr 2009 eine wahre PR-Lawine der IG Windkraft auslöste (mehr…). Blöd auch hier, dass auch Gasturbinen zur Stromsicherung in windarmen Zeiten herangezogen werden. Die Firma Siemens profitiert dabei doppelt von dem Trend, da es sowohl Gasturbinen wie auch Teile für die Windkraftindustrie produziert. So sagte Michael Süß der Chef der Division Fossil Power Generation: “Es wäre falsch, einen Gegensatz zwischen erneuerbaren Energien und fossilen Energien zu erzeugen. Schließlich zieht jeder Windpark auch ein Gaskraftwerk zur Lastabsicherung hinter sich her”. Naja, probieren kann man’s ja.

Die Stimmen aus dem Volk, die keine sind, rufen immer mehr Gegenstimmen hervor
Neben Anschober’schen Massenpresseaussendungen in Bezug auf Windkraft – natürlich rechtzeitig nach Inkrafttreten der Einspeistarifverordnung und knapp vor Silventus-bezogenen Ortsentscheidungen versucht auch die völlig unabhängige Plattform prowind.at (mehr…) Stimmung zu machen und schliesst dabei nur den Kreis unter jenen eingefleischten Windkraftfreunden und Sympathisanten, die sich auch schon vorher kannten. Da helfen auch Facebook, Twitter und Co. wenig. Die Stimmung in der Bevölkerung ist gegen den Windpark Silventus, zumal das auffällige Werben und das druckvolle Intervenieren aller Beteiligten (inkl. OÖ Umweltlandesrat Anschober) für ein sich energiewirtschaftlich bescheiden wirksamen Kraftwerks im Wald einfach schon auffällig wird.

Da wundert es kaum, dass Leserstimmen laut werden, die da schreiben: “Es ist ein Grundsatz seriöser Politik, dem Ergebnis von laufenden Verfahren nicht vorzugreifen. Für Grün-Landesrat Anschober scheint das nicht zu gelten. Schon vor Abschluss des UVP-Verfahrens zum Windprojekt Silventus im Kobernaußerwald verkündet er in einer Presseaussendung vom 19. April 2010 das Ergebnis: Die von führenden Sachverständigen des Landes erstellten negativen Fachgutachten zum Natur- und Landschaftsschutz wertet er ab und erhebt diffuse „klimarelevante Vorteile“ zur Entscheidungsgrundlage für die Umweltverträglichkeit des Projektes.” (mehr…) Da wundert es kaum, dass sich auch eingeschworene und uninformierte “wird schon für was gut sein” Befürworter von diesen aggressiven Methoden einer Industrie abgestossen fühlen, zumal der Nutzen von Windkraft im Wald äußerst beschränkt ist. Die 240% Ertrag versprechenden Google-Anzeigen, die neben jeden Artikel über Windkraft aufscheinen, zeigen auch klar das wahre Interesse der Betreiber und einer Industrie, die ihre letzte Glaubwürdigkeit bald verlieren wird.

Nachlese zum “Tag des Gegenwindes 2010″ – Windkraft im Wald stösst bei meisten Bürgern auf Ablehnung – ein Erlebnisbericht

Montag, Juni 14th, 2010

Gegen wos seit’s es jetzt eigentlich?”, fragte uns zu Beginn unserer Veranstaltung ein kurzfristig abgestellter Ordnungshüter. “Geg’n de Windradln?”. Wie bei so vielen Mails zu Beginn unserer Arbeit, mussten wir auch gegenüber dem interessierten Staatsdiener klarstellen, dass unsere dedizierte Gegnerschaft den Windkraftwerken in Waldgebieten und ökologisch sensiblen Gebieten gilt. “Do stölln se’s a hi? Do g’herns aber net hi!”. Ganz unsere Meinung, lieber Herr Inspektor. Was wir bei brütenden 32 Grad vor den Toren der IG Windkraft vermittelten stand im Gegensatz zu dem auf dem Areal der IG Windkraft aufgeblasenen Plastikwindrades mit den Schlagworten “unendlich – sicher – sauber”. Skeptisch beäugt von Mag. Stefan Moidl – dem Nachfolger sanftmütigen DI Stefan Hantsch – brachten wir also unsere Botschaft ins Volk.

G´riss um den Bürgermeister von St. Pölten
Als dann um 14 Uhr St. Pöltens Bürgermeister Mag. Mathias Stadler eintraf, regte sich Hektik auf dem IG Windkraft Areal um dem Bürgermeister der fremdernannten Windhaupstadt Engagement zu vermitteln. Nach der obligatorischen Kranfahrt, die offenbar für techniklastige Gigantomanie stehen dürfte, wurde der arme Bürgermeister vorsorglich zum Ausgang begleitet. Just in dem Moment als sich unsere Abordnung vor den Toren formierte, versuchte Mag. Moidl den Bgm. noch einmal von den bösen AKtivisten fernzuhalten. Als er diese Mission als aussichtlos erachtete, durfte der Ehrengast dann doch gehen. Im folgenden Gespräch mit dem Bürgermeister stellten wir ausführlich unsere Linie klar. Bemerkenswert lange nahm sich der interessierte und überraschte Bürgermeister Zeit uns zuzuhören und auch unser kleines Geschenk – nämlich eine Jung-Tanne entgegenzunehmen. Den Inhalt des freundlich verlaufenden Gespräches wollen wir hier nicht verraten, soviel sei aber gesagt: Bürgermeister Stadler ist sich der Aspekte des Einsatzes von Energie-Technologien in der Natur sehr wohl bewusst.

Mitglieder des Vorstandes des Bundesverbandes zum Schutz des Waldes am Tag des Gegenwindes im Gespräch mit St. Pöltens Bürgermeister Mag. Mathias Stadler - (C) Ferry Wallner

Mitglieder des Vorstandes des Bundesverbandes zum Schutz des Waldes am Tag des Gegenwindes im Gespräch mit St. Pöltens Bürgermeister Mag. Mathias Stadler - (C) Ferry Wallner

Fazit des ersten “Tag des Gegenwindes”: Windkraft im Wald ist trotz Ablehnung auf dem Vormarsch
Radfahrer, Shopping-geplagte und Neugierige bildeten dabei unsere Gesprächspartner. Denn so wie die IG Windkraft beim Tag des Windes vor fast ganztätig leeren Bankreihen sass, so hatten auch wir unsere Mühe, unsere Gesprächpartner mit Getränken und Infos zu versorgen. Wir brachen unsere 4 Zelte um ca. 15h30 ab und gingen mit dem guten Gefühl und der Bestätigung, dass “Windkraft im Wald” bei den meisten Bürger auf massive Ablehnung stößt. Akut betroffen sind von den Plänen “Windkraft im Wald” ist neben Niederösterreich, das Bundesland Oberösterreich mit den Projekten “Windpark Silventus” und „Windpark Eiskogel“, deren Bürgerinitiativen gegen Wind im Wald in St. Pölten anwesend waren. Des weiteren das Bundesland Salzburg mit dem “Windpark Kolowind”, sowie die Bundesländer Steiermark und Kärnten, in denen ähnliche Projekte in Planung sind.

“Keine Windenergie ohne Kernenergie!” – manager-magazin.de zeigt auf wie die gute Windenergie von ihrer bösen Schwester Atomenergie abhängig ist…

Donnerstag, Juni 10th, 2010

Eigentlich sollte es so schön sein. Die IG Windkraft unterstützt* die umstrittene Bewegung (mehr…)  “RAUS AUS EURATOM” (mehr…) und suggeriert durch Atomkritik, dass Windkraft helfen könne, Atomstrom-Nutzung zu vermeiden (mehr…). Man müsse halt nur entsprechend viele Windkraftwerke errichten und dann ist die Welt atomkraftfrei. Irgendwie. Oder so halt.

"Keine Windenergie ohne Kernenergie" - (C) 2010 Manager-Magazin & AFP - Montage

"Keine Windenergie ohne Kernenergie" - (C) 2010 Manager-Magazin & AFP - Montage

Tatsache ist, dass aber zu leistungsschwachen Zeiten die bösen und versteckten Geschwister der Windkraft herhalten müssen, um den Strom zu liefern, den wir brauchen. Diese haben die Namen Atomstrom, Kohlestrom, etc. Das Manager-Magazin.de zeigt in seinem Artikel (mehr…), dass es halt doch nicht so einfach mit der windigen Illusion einer sauberen Welt ist, in der die einen fürstlich, pardon: gräflich verdienen und die anderen brav zahlend in Öko-Glückszuständen schwelgen.

* ein Schnitzer aus der Amtszeit des sang- & klanglos geschiedenen Geschäftsführers der IG Windkraft, DI Stefan Hantsch?

Starkes Echo: Presse nimmt Forderungen zum Naturschutz des Dunkelsteinerwaldes positiv auf – Beginnt nun Dialog mit den Bürgern zum Thema “Steinbruch Paudorf”?

Dienstag, Mai 25th, 2010

Die Bemühungen der beiden Bewegungen, die am Pfingstsonntag gegen den zweiten Steinbruch in Paudorf (NÖ) am Rande des Dunkelsteinerwaldes demonstriert haben, zeigen erste Früchte. Neben dem starken Echo der regionalen Presse gibt es auch ein Gesprächsangebot des Stiftes Göttweig. Es scheint also Bewegung in die Sache zu kommen. Neben der Forderung des Naturschutzes des Dunkelsteinerwaldes ist natürlich der sofortige Stop der Planung des Steinbruchs das wichtigste Anliegen.

Erste positive Zeitungsstimmen von Kurier, NÖN und Krone – ein Überblick

KURIER - Göttweig - Unmut vor den Toren des Stifts - Berichterstattung über den geplanten zweiten Steinbruch in Paudorf (NÖ) - (C) 2010 Kurier.at

KURIER - Göttweig - Unmut vor den Toren des Stifts - (C) 2010 Kurier.at

KRONE - Naturschutz statt Steinbruch - Berichterstattung über den geplanten zweiten Steinbruch in Paudorf (NÖ) - (C) 2010 Krone.at

KRONE - Naturschutz statt Steinbruch - (C) 2010 Krone.at

NÖN - Demo gegen Steinbruch - Berichterstattung über den geplanten zweiten Steinbruch in Paudorf (NÖ) - (C) 2010 noen.at

NÖN - Demo gegen Steinbruch - (C) 2010 noen.at

Jetzt online – “Hör”dokumentation des Protestes gegen den Steinbruch in Paudorf
Podcast der Doku von Radio Orange zum Thema “Rettet den Dunkelsteinerwald – Demo vor dem Stift Göttweig”
Online anhören oder downloaden auf der Seite des politischen Diskussionsmagazins “trotz allem” (Herby Loitsch)

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