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Die unmoralische Anatomie eines leeren Versprechens der IG Windkraft: “Windkraft kann bis 2015 Atomstromimporte ersetzen”

24. März 2011 · Keine Kommentare

Fukushima – was nun? Wie befürchtet werden die ersten Gegenstimmen zur Totalabkehr von der Atomkraft in Europa laut – konkret in Form des EU Komissionschefs Barroso und einiger Länder wie Tschechien. Die Windkraftindustrie nutzte den Fukushima Vorfall* natürlich nach einer minimalen Pietätsfrist gleich schamlos zur Eigenwerbung auf Basis von menschlichem Leid. Die Schlagzeile, die den verängstigten Bürgern Angst nehmen sollte musste daher auch dementsprechend einfach und unrichtig sein…

IG Windkraft: “Windkraft kann Atomstromimporte ersetzen” – E-Control: “Stimmt nicht – Effizienz hat keine Lobby”
Was rein rechnerisch bei massiver finazieller Windausbau-Förderung in Summe stimmen könnte, ist aber in der Versorgungsrealität nicht durchführbar und daher ein uneinlösbares und unfaires Versprechen. Walter Boltz von E-Control sieht diese vollmundige Ankündigung der IG Windkraft distanziert und meint: „In der Debatte um Nuklearenergie regen wir uns mehr auf als alle anderen Länder. Und das, obwohl in Österreich gar kein Atomstrom erzeugt wird. [...] Wir haben Unsummen in Energie gesteckt – hätten wir in Energieeffizienz investiert, wären wir jetzt nicht (Atomstrom – Anm. Red.) Nettoimporteur, aber Energieffizienz hat keine Lobby.”

Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland zwingt Windkraftwerke zum Abschalten
Deutschland hat nach seiner Entscheidung nun das Problem neben den sieben Kernkraftwerken auch eine gewisse Anzahl von Windkraftwerken abschalten zu müssen. Der Grund: Atomstrom (und andere unsaubere Energieformen) als dauerlastfähige und dennoch regulierbare Quellen müssen den launisch erntenden und dezentralen Windkraftanlagen Paroli bieten. Dies ist kein Atomplädoyer, sondern illustriert nur das Dilemma, das Atom- und Windstrom haben. Sozusagen “(I can’t live) With or without you”. Die Windkraftvertreter schweigen dazu und fordern immer mehr dieser Zufallsstrom-produzierenden Anlagen – natürlich nur zum Wohle des Volkes.

Es bleibt dabei: Windenergie ist Supplementärenergie und nicht grundlastfähig!
Wie gesagt – nichts gegen Windstrom im Mix der Erneuerbaren (wie auch die IG Windkraft in einem kleinen Halbsatz zugeben muss, dass dies nötig ist!) und eine verantwortungsvollen Verbrauch der Restfossilenergien als Gegenmittel gegen Atomstrom, aber den energietechnischen und ökologischen umfassenden Lösungsanspruch kann die Windkraft-Industrie auch angesichts hoch gehender Wogen nur mit einem weiteren Gesichtsverlust proklamieren. Hauptsache es verkauft sich…

Eigentlich traurig, dass Tragödien als Verkaufshilfe herhalten müssen…wir glauben, dass dies nicht gut mit dem behaupteten hohen ethischen Standard dieser Branche vereinbar ist.

* die gleiche Vorgangsweise wurde von uns auch bei der “Russengaskrise” im Jahr 2009 beobachtet. Viele werden sich noch an den Slogan der IG erinnern: “Gas kann man abdrehen – den Strom nicht”.

Werbebanner der IG Windkraft anlässlich der Gaskrise in Russland 2009 - (C) 2009 IG Windkraft/Montage

Werbebanner der IG Windkraft anlässlich der Gaskrise in Russland 2009 - (C) 2009 IG Windkraft/Montage

Offenbar macht es der Lobby-Organisation IG Windkraft auch einen Heiden-Spass die Bevölkerungsängste bei Krisensituationen als Verkaufshilfe auszunutzen, um Hoffnung zu wecken.

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