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Tausende engagierte österreichische Bürger arbeiten unentgeltlich und großteils unwissentlich für die österreichische Windkraftindustrie – Das Energieautarkie-Modell “Energiebaukasten” der Firma Energiewerkstatt GmbH

1. Juli 2010 · Keine Kommentare

“Am Anfang war die Angst” – So könnte man die einleitenden Worte des markenrechtlich geschützten Energiebaukastens (mehr…) der Firma Energiewerkstatt GmbH (mehr…)  in Munderfing (OÖ) umschreiben. Nicht als Gottes Geschenk, aber als Geschenk des führenden Planers von Windkraftanlagen an willige Gemeinden soll der Energiebaukasten österreichischen Kommunen den Umstieg auf erneuerbare Energien in Richtung “Energieautarkie” (mehr…) zu erleichtern. An sich lobenswert. Aber ist dieses Geschenk auch ein völlig Uneigennütziges oder steckt hier etwas dahinter? Nun, böse Zungen bezeichnen dies als Danaergeschenk der österreichischen Windkraftindustrie.

Wagen wir einmal einen Blick hinein. Das umfangreiche Werk schmückt sich mit dem Anspruch alle Formen erneuerbarer Energie zu verwenden. Beginnend mit dem Droh-Szenarien von steigenden Energiepreisen und Treibstoffkosten, den Kriegen um Öl und Gas (Die mexikanische Ölpest gab es noch nicht), Naturkatastrophen und Klimawandel erscheint dem unbedarften Leser der Energiebaukasten als rettendes Konzept. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch eine inhaltlich und strategische Bevorzugung des Energieträgers Windkraft auf. Parallel dazu geht die Erwähnung und die mit der Energieautarkie verbundene Erreichung der Zielsetzungen durch Wasserkraft praktisch gegen Null. In vorgeschriebenen Formvorlagen geht dies dann soweit, dass die Perspektiven der Wasserkraft gegen Null gehen, während konkrete Anregungen zur Errichtung eines Windparks schon “vorgeschrieben” sind.

Der Energiebaukasten (c) der Firma Energiewerkstatt GmbH in Munderfing als stark einseitig ausgerichtetes Werbe-Instrument der Windkraftindustrie in Österreich - (c) 2010 Energiewerkstatt GmbH, Munderfing/Montage

Der Energiebaukasten (c) der Firma Energiewerkstatt GmbH in Munderfing als stark einseitig ausgerichtetes Werbe-Instrument der Windkraftindustrie in Österreich - (c) 2010 Energiewerkstatt GmbH, Munderfing/Montage

Somit entpuppt sich der “unabhängige” Energiebaukasten als schlecht gemachtes, aber dennoch auf den ersten Blick verstecktes Werbeinstrument der Windkraftindustrie. Somit relativiert sich auch die freie Verfügbarkeit und die unentgeltliche Verwendung dieses Baukastens. Die ethisch verwerfliche Komponente ist jedoch die, dass viele Gemeinde, die vom Land Niederösterreich oder Oberösterreich dieses Instrumentarium erhalten, nahezu ungeschaut Windkraftanlagen in ihre Gemeinde hineinimportieren. Egal, ob der Wind passt – gleichgültig, wie es mit der Flora und Fauna ausschaut – die Windkraft muss in jede Gemeinde rein. Das nennen wir Ettikettenschwindel und bleibt zu hinterfragen, was die Bürger dazu sagen werden, wenn sich ein “unabhängiges” Angebot in der Tiefe als Verkaufsförderer für Windkraftanlagen herausstellt. Unter dem Deckmantel der gemeinsamen Arbeit an der bildet die freiwillige Arbeit der Bürger, Gemeinderäte und Umweltfreunde die Basis für den Profit der Anlagenbetreiber. Letztendlich arbeiten also engagierte Menschen unentgeltlich für einen Industriezweig, der seine räumlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Grenzen nicht anerkennt. Das nennen wir einmal eine Energiewende. Bedenkt man nun, in wievielen Gemeinden dieser Energiebaukasten zum Einsatz kommt bzw. kommen wird, kann man nur annehmen, dass die politischen Verantwortlichen angesichts dieses volks- und energiewirtschaftlichen Unfugs entweder unwissend oder unwillig sind. Beides ein Anlass zu handeln!

Danaergeschenk

Kategorien: Big Business mit Öko-Heiligenschein · Der Masterplan "Wind im Wald" · Die Trickkiste der Windkraftlobby

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