“Gegen wos seit’s es jetzt eigentlich?”, fragte uns zu Beginn unserer Veranstaltung ein kurzfristig abgestellter Ordnungshüter. “Geg’n de Windradln?”. Wie bei so vielen Mails zu Beginn unserer Arbeit, mussten wir auch gegenüber dem interessierten Staatsdiener klarstellen, dass unsere dedizierte Gegnerschaft den Windkraftwerken in Waldgebieten und ökologisch sensiblen Gebieten gilt. “Do stölln se’s a hi? Do g’herns aber net hi!”. Ganz unsere Meinung, lieber Herr Inspektor. Was wir bei brütenden 32 Grad vor den Toren der IG Windkraft vermittelten stand im Gegensatz zu dem auf dem Areal der IG Windkraft aufgeblasenen Plastikwindrades mit den Schlagworten “unendlich – sicher – sauber”. Skeptisch beäugt von Mag. Stefan Moidl – dem Nachfolger sanftmütigen DI Stefan Hantsch – brachten wir also unsere Botschaft ins Volk.
G´riss um den Bürgermeister von St. Pölten…
Als dann um 14 Uhr St. Pöltens Bürgermeister Mag. Mathias Stadler eintraf, regte sich Hektik auf dem IG Windkraft Areal um dem Bürgermeister der fremdernannten Windhaupstadt Engagement zu vermitteln. Nach der obligatorischen Kranfahrt, die offenbar für techniklastige Gigantomanie stehen dürfte, wurde der arme Bürgermeister vorsorglich zum Ausgang begleitet. Just in dem Moment als sich unsere Abordnung vor den Toren formierte, versuchte Mag. Moidl den Bgm. noch einmal von den bösen AKtivisten fernzuhalten. Als er diese Mission als aussichtlos erachtete, durfte der Ehrengast dann doch gehen. Im folgenden Gespräch mit dem Bürgermeister stellten wir ausführlich unsere Linie klar. Bemerkenswert lange nahm sich der interessierte und überraschte Bürgermeister Zeit uns zuzuhören und auch unser kleines Geschenk – nämlich eine Jung-Tanne entgegenzunehmen. Den Inhalt des freundlich verlaufenden Gespräches wollen wir hier nicht verraten, soviel sei aber gesagt: Bürgermeister Stadler ist sich der Aspekte des Einsatzes von Energie-Technologien in der Natur sehr wohl bewusst.

Mitglieder des Vorstandes des Bundesverbandes zum Schutz des Waldes am Tag des Gegenwindes im Gespräch mit St. Pöltens Bürgermeister Mag. Mathias Stadler - (C) Ferry Wallner
Fazit des ersten “Tag des Gegenwindes”: Windkraft im Wald ist trotz Ablehnung auf dem Vormarsch
Radfahrer, Shopping-geplagte und Neugierige bildeten dabei unsere Gesprächspartner. Denn so wie die IG Windkraft beim Tag des Windes vor fast ganztätig leeren Bankreihen sass, so hatten auch wir unsere Mühe, unsere Gesprächpartner mit Getränken und Infos zu versorgen. Wir brachen unsere 4 Zelte um ca. 15h30 ab und gingen mit dem guten Gefühl und der Bestätigung, dass “Windkraft im Wald” bei den meisten Bürger auf massive Ablehnung stößt. Akut betroffen sind von den Plänen “Windkraft im Wald” ist neben Niederösterreich, das Bundesland Oberösterreich mit den Projekten “Windpark Silventus” und „Windpark Eiskogel“, deren Bürgerinitiativen gegen Wind im Wald in St. Pölten anwesend waren. Des weiteren das Bundesland Salzburg mit dem “Windpark Kolowind”, sowie die Bundesländer Steiermark und Kärnten, in denen ähnliche Projekte in Planung sind.


1 Kommentar bis jetzt ↓
1 Rettet den Kobernaußerwald » Blog Archive » Tag des Gegenwindes am Samstag, 12. Juni 2010 von 10 bis 16 Uhr // Jun 15, 2010 at 17:43
[...] Lesen Sie dazu den Bericht des Bundesverbandes zum Schutz des Waldes [...]
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