Anläßlich des herannahenden “Tag des Windes” (mehr…) haben wir die alte Spiegel TV Dokumentation ausgegraben, die einen Wendepunkt in der unkritischen Verherrlichung des “Systems Windkraft” darstellte. Zusammen mit dem kontroversiell diskutierten Artikel “Der Windmühlen-Wahn – Vom Traum umweltfreundlicher Energie zur hochsubventionierten Landschaftszerstörung” (mehr…) war dies der erste Rückschlag für eine Industrie, die durch konsequente Image-Pflege seit Mitte der neunziger Jahre hemmungslos wachsen konnte.
Verbindungen zur österreichischen Windkraft-Szene inbegriffen…
Obwohl “Windkraft im Wald” in diesem Clip keine tragende Rolle einnimmt, möchten wir Ihnen diesen Beitrag nicht vorenthalten. Übrigens treffen wir in dieser Sendung auch den streitbaren und viel kritisierten Aloys Wobben (Enercon, mehr…), den Geschäftspartner des österreichischen-spanischen Windkraftiers (“Luz de Viento” mehr…) Kari vulgo Karl Khevenhueller. Dieser rühmte sich ja einst über die Vermittlung seines Freundes Johannes Trauttmannsdorf-Weinsberg (IG Windkraft) Eingang in die Szene der “Big Player” gefunden zu haben. “Mit falscher Bescheidenheit kommt man im Windgeschäft nicht weit.”, liess der Austro-Unternehmer mit Hang zu Pferden und Oldtimern damals verlauten.
“Mit falscher Bescheidenheit kommt man im Windgeschäft nicht weit” -
Hier noch einmal der legendäre großspurige Ausspruch des Wind-(r)Adeligen Unternehmers Khevenhueller aus Windenergie Nr. 23 (Dez. 2001) – dem offziellen Organ der IG Windkraft – im Original. Damals erst an der Kamera seine erste Sporen verdienend: Nunmehriger “Medium Player” DI Stefan Hantsch, der zusammen mit DI Johannes Trauttmansdorff-Weinsberg, Dr. Ursula Nährer und Mag. Stefan Moidl (Ex-WWFler – setzte sich einst für den Wienerwald ein!, mehr…) die Image-Quadriga der österreichischen Windkraftindustrie bildet.
Kari (manchmal: Karl) Khevenhueller rühmt Johannes Trauttmannsdorff-Weinsberg, Quelle und (C): Windenergie Nr. 23, Dez. 2001
Die Bemühungen der beiden Bewegungen, die am Pfingstsonntag gegen den zweiten Steinbruch in Paudorf (NÖ) am Rande des Dunkelsteinerwaldes demonstriert haben, zeigen erste Früchte. Neben dem starken Echo der regionalen Presse gibt es auch ein Gesprächsangebot des Stiftes Göttweig. Es scheint also Bewegung in die Sache zu kommen. Neben der Forderung des Naturschutzes des Dunkelsteinerwaldes ist natürlich der sofortige Stop der Planung des Steinbruchs das wichtigste Anliegen.
Erste positive Zeitungsstimmen von Kurier, NÖN und Krone – ein Überblick
KURIER - Göttweig - Unmut vor den Toren des Stifts - (C) 2010 Kurier.at
Der ORF berichtet in seiner Sendung “Niederösterreich heute” am Pfingstsonntag dem 23. Mai 2010 über die Protestkundgebung gegen den geplanten zweiten Steinbruch in Paudorf (NÖ). Finden Sie hier den Clip, den Sie eine Woche lang auch unter tvthek.orf.at online abrufen können.
Dem Ruf der beiden Bürgerinitiativen waren zahlreiche Bürgerinnen und Bürger der Region gefolgt – den Höhepunkt stellte die Übergabe der Petition an den Prior des Stiftes Göttweig dar. Darin forderten die Bürgerinitiativen “Lebenswertes Paudorf” und “Freundinnen und Freunde des Dunkelsteinerwaldes” den Stop der Planung des Steinbruchs und Naturschutz für den Dunkelsteinerwald. Vom Stift Göttweig war zu dieser Causa am Tag des Protestes keine Stellungnahme zu entlocken.
Seit mehr als zwei Jahren kämpfen die Gemeinde Paudorf, zwei Bürgerinitiativen und eine große Zahl von den Vorgängen erschütterter Bürger in Paudorf (Dunkelsteinerwald/NÖ) gegen den geplanten zweiten Steinbruch der Firma Asamer und des Stiftes Göttweig unter der Leitung von Abt Mag. Columban Luser OSB. Nach einem langen Weg durch die Instanzen und des größer werdenden Zuspruchs haben sich die beiden Bürgerinitiativen zum Aufruf zu einer Demonstration am Pfingstsonntag entschlossen. Ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Lage, das sowohl die breite Masse wie auch die Verantwortlichen zum Nachdenken anregen soll.
Unter dem Motto „Kein neuer Steinbruch in unserer Gemeinde!“ laden die Bürgerinitiative „Lebenswertes Paudorf“ (mehr…) und die “Freunde des Dunkelsteinerwaldes” (mehr…) am Pfingstsonntag, dem 23. Mai 2010, 9.00 Uhr vor den Toren des Stiftes Göttweig zu einer Protestkundgebung und zu einer beweglichen Demonstration. Besonders hinweisen möchten wir an dieser Stelle auf die Forderung nach einer Umwidmung des Dunkelsteinerwaldes in ein Naturschutzgebiet. Dieses Anliegen der beiden Initiativen verfolgen auch wir seit geraumer Zeit – nur so ist es möglich dieses wertvolle Waldgebiet vor den Eingriffe technischer Systeme wie es sowohl Windkraftwerke als auch Steinbrüche darstellen gut zu schützen.
Einladung der Bürgerinitiative "Lebenswertes Paudorf" und "Freunde des Dunkelsteinerwaldes" zur Demonstration vor dem Stift Göttweig am 23. Mai 2010 um 9h (C) BI Paudorf & Freunde des Dunkelsteinerwaldes
Da das geplante Vorhaben sowohl die Lebensqualität der Bürger wie auch die seit langer Zeit dort ansässigen Mammutbäume aus dem 19. Jahrhundert wie auch die Artenvielfalt bedroht, ist eine aktives Ebgagement aller Beteiligten unerlässlich.
Weiterführende Informationen finden Sie auf beiden folgenden Webseiten
In einer Presseaussendung vom 13. Mai 2010 (mehr…) frohlocken das Lebensministerium und DI Felix Montecuccoli über die Unterzeichnung von drei Naturwaldreservaten in Österreich. Aus Sicht des Artenschutzes ein mehr als kleiner Beitrag zu Biodiversifikation in Österreich, sind doch die von der Windkraftindustrie avisierten Zielräume bis dato noch nie in einem Interessenskonflikt mit dem Ministerium geraten. Warum wohl?
Liegt es am starken Engagement von DI Felix Montecuccoli und seinem Netzwerk für “Windkraft im Wald”? Liegt es daran, dass sich die österreichische Energiestrategie und der Artenschutz in Österreich nicht in die Quere kommen sollen? Für uns ein klares Zeichen, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Schlimmer noch: Einerseits Angstmache mit “Windkraftwerke retten die Welt (solange der Ertrag stimmt)” und andererseits Beruhigung mit “Wir schützen den Wald schon für euch (solange der Ertrag stimmt)”. Wenn wir gerade von Ertrag reden: Nicht mitgerechnet sind dabei selbstredend die 89.902,92 €, die z.B. DI Felix Montecuccoli von der EU im Haushaltsjahr 2008 kassierte (mehr…).
Doppeltes Spiel der Industrie und Lobbys mit den Bürgern
Dass sich die Doppelstrategie besonders bei Vertretern der Windkraftindustrie oder deren Fordern/Förderern großer Beliebtheit erfreut, ist Teil des Spiels – ein gutes Beispiel ist dafür die Kampagne “Schicken Sie uns Ihr schönstes Waldfoto” von DI Felix Montecuccoli, der KRONE und dem Vereit Waldzeit im Herbst 2009 (mehr…) . Kein Wunder, gilt es doch, dem immer schlechter werdenden Image einer dubiosen Industrie Einhalt zu gebieten. Hier sind sich Adel, Windkraftler, Banken und PR-Berater einig. Und dazu ist wohl kein Mittel mehr zu blöd.
"Berlakovich: Bereits 200 Naturwaldreservate in Österreich" - (C) Lebensministerium - mit Zitat von DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forstbetriebe Österreich
Feigenblatt Artenschutz ist nicht ausreichend -”Windkraft im Wald” schadet Tieren und der Umwelt
Auf der einen Seite Biodiversität und Artenschutz in Regionen, die windkraftlich nicht in Betrachtung kommen – auf der anderen Seite das Vordringen der Windkraftindustrie in den österreichischen Wald – unseren Lebensnerv und unserer grünen Lunge mit den wertvollsten Schätzen. Schade, dass gerade DI Montecuccoli, die von DI Johannes Trauttmannsdorff-Weinsberg komponierte IG Windkraft und andere Vertreter der Windkraftindustrie hier ein Doppelspiel mit den österreichischen Bürgern spielen… Es ist an der Zeit, die bigotte Inszenierung zu beenden, dieses Feigenblatt abzulegen und echte Taten zu setzen. DI Montecuccoli – schützen Sie die Natur und den Wald wirklich, anstatt die Bürger zu beruhigen…
+++ Rückblick auf den Birdwatch im Dunkelsteinerwald: 3 Teams traten an +++ insgesamt 22 Teilnehmer +++ Weitere Infos folgen in Kürze +++ Auch heuer ruft Birdlife (mehr…), die österreichische Vogelschutzorganisation zum 7th Austrian Birdrace, der von 15. bis 16. Mai 2010 von 15:00 bis 15:00 Uhr von statten geht. Ein Aufruf, den wir als Bundesverband zum Schutz des Waldes unterstützen, weiterverbreiten und lokal verbreitern wollen. Ausgangpunkt ist hier unsere Heimat, der Dunkelsteinerwald. Machen Sie bitte mit – wandern Sie mit! Interessierte können sich unter kontakt@gegen-wind.net gerne anmelden, wenn Sie mitwandern wollen.
Aufgepasst, DI Montecuccoli & Leibfotografen: Auch wir werden beim heurigen Birdrace im Dunkelsteinerwald unterwegs sein. Auf welchen Wegen wir wandeln ist unklar, wir hoffen aber auf Fotografen, die uns begleiten. Vielleicht richten Sie ja die Kamera auf den einen oder anderen Vogel und helfen uns bei unserer Dokumentation. Eventuelle Mitwanderer wollen wir ermutigen, nicht von den Wegen abzuweichen und nur zum Zwecke der Erholung unterwegs zu sein, da sonst eine Anzeige droht. Tipp für diejenigen, die nicht umsonst suchen wollen: Ein Ort, an dem Sie keine Vögel vorfinden werden, sind zum Beispiel der Windpark Haindorf-Inning (natürlich mit Ausnahme des von Windpark-Besitzers und Safariorganisators Herbert Rabacher gesichteten Rebhuhns im Oktober 2006 – mehr…).
Birdrace 2010 - Die Vogelschutzorganisation Birdlife.at lädt auch heuer wieder ein (C) Bericht: ORF.at
Ministerium sagt: “Vielfalt Leben” und gleichzeitig ‘Windkraftwerke ab in den Wald!’
Obwohl der Birdrace auch vom Lebensministerium unterstützt wird, ist nicht alles eitel Wonne. Interessanterweise blieben ja bei der Artenschutzkampagne 2009 des Ministeriums mit dem Titel “Vielfalt Leben” (mehr…) just viele jener Vogelarten ungenannt, die gerade durch Windkraftwerke bedroht sind. Hat da gar die (lebens-)ministeriumsnahe Windkraftindustrie die eine oder andere Vogelart rausreklamiert, um den Vorstoss in den Wald bequemer durchführen zu können? Ein Blick in die Leitartenliste des Ministeriums scheint diese Vermutung eindrucksvoll zu bestätigen (Liste der Leitarten & Regionen). Haben hier gar wieder einmal forstliche und jagdliche Bande zur Verdrängung gefährdeter Vogelarten geführt, so dass die Windkraftlobby freiere Hand hat?
Der aufgrund seiner fast vollbürgerlichen Grundhaltung auch in seiner eigenen Partei nicht kritikarm agierende OÖ-Umweltlandesrat Rudolf “Rudi” Anschober, der sich unlängst wieder für den weiteren Ausbau der Windenergie-Projekte ausgesprochen hat agiert ja seit Jahren als Pate der Windkraft in Oberösterreich – natürlich auch in Wäldern. So grün muss man ja auch wieder nicht sein – grün ist ja auch schon das Geld, das den Gemeinden angeboten wird.
In einer unheiligen Allianz mit den finanziell glücklos agierenden Bundesforste präsentiert sich die OÖ-Windkraftindustrie wieder einmal als Heilsbringer und Kassenfüller des Staatswaldes. Mehr noch – die Bundesforste sind sogar Betreiber des Windparks Munderfing. Rudi Anschober schreibt dazu stolz: “Im Jahr 2007 haben sich die die Gemeinde Munderfing und die Bundesforste zusammengetan, um gemeinsam als Betreiber den Windpark Munderfing umzusetzen.(Lesen…)”
Vor diesem Hintergrund verwundert auch die bedingungslose Empfehlung eines hochrangigen Vertreters der Bundesforste für Windkraft im Wald nicht. Die oberösterreichischen Mitgliedsvereine im Bundesverband zum Schutz des Waldes lassen diese und einige andere unsaubere Anflüge (wir werden noch berichten!) nicht unkritisiert.
Der Bericht von der Pressekonferenz in Linz gibt ein Bild der aktuellen Situation ab.
Fädenzieher und kommunikative Scheinheiligkeiten
Im Hintergrund zieht die jagd- und forstlich vernetzte Wind-Aristokratie weiterhin die Polit-Fäden um auch Windkraft im Wald in allen Bundesländern salonfähig zu machen. Wir erinnern uns: Es war DI Johannes Trauttmansdorff-Weinsberg, der schon 2002 offen für Schwarz-Grün unterschrieb (damalige Webseite: www.schwarz-gruen.org). Auf der Liste eine Reihe weitere hochwohlfeiler Namen, die teilweise auch in der Windkraftbranche tätig sind (lesen…). Kein Wunder, setzte sich doch die Macht der grauen Einflüsterer mittlerweile schon auf Bundesebene durch und spiegelt sich in sinnlos dauerhohen Einspeistarifen und hemmungslosen Windkraftforcierungsstrategien von Regierungs- und Landesseite wider.
Windkraft hui – Wasserkraft pfui?
Amüsanterweise ist auch die zwiegespaltene Stategie “Windkraft hui – Wasserkraft pfui” seit Jahren in gewissen “volksnahen” Medien gang und gäbe. Energiewirtschaftlich gesehen sind gerade Wind- und Wasserkraft Geschwister – wie sonst soll denn der von der IG Windkraft perma-geforderte Ausstieg aus EURATOM funktionieren, um die Versorgungslücken decken? Nichtsdestotrotz vertragen sich die beiden gar nicht recht gut. Fragen Sie sich bitte: “Warum?”. Eine Frage, die sich auch der ÖVP-inkorporierte Umweltdachverband stellen sollte. Windkraftanliegen werden vom Umweltdachverband so gut wie nie beantwortet, Wasserkraftwerke jedoch so gut wie immer verurteilt. Zum Glück gibt es dann noch medien-ernannte “Ökofischer” wie DI Felix Montecuccoli, einem vehementen Befürworter von “Windkraft im Wald”, die ihre Hand schützend auf die Fische legen. Was lernen wir daraus? 1) Vögel haben keine Lobby 2) die Öko-Industrie zieht nur alibi-mässig an einem Strang 3) Die Windkraftindustrie sieht sich als ökologischer und ökonomischer Segensbringer im Alleingang.
Windkraft in den Nachrichten – Medien fragen immer lauter:“Bestechung im Gemeinderat?”
Die als gerne als “Ausgleichsmaßnahme” (Anm.: wofür einen Ausgleich, wenn alles OK ist?) oder dergleichen bezeichneten Zuwendungen an Gemeinden könnten möglicherweise neben den Aktivisten bald andere Instanzen und Körperschaften beschäftigen, wenn sich herausstellen sollte, dass das kurzfristige Angebot der Bundesforste “faul” ist. Es stellt sich zB. die dringliche Frage, ob das gut dotierte Angebot von immerhin 280.000 € (wir werden darüber noch genauer berichten – keine Sorge) überhaupt rechtens ist bzw. sein kann. Die OÖN schreiben dazu auf jeden Fall wie folgt:
"Sturm über größtem Windkraftprojekt" - Bericht über Windpark Silventus - Ausschnitt aus Artikel mit Überschrift "Bestechung im Gemeinderat?" (C) 2010 - OÖN.at
Nur der Schelm möge denken: “Korruption in der sauberen österreichischen Windkraft-Szene?” Kann und darf nicht sein. Diese und vieles andere Fragen stossen nun zum Glück vielen Menschen sauer auf. Gut, dass dies von immer mehr Menschen nicht unwidersprochen bleibt und inzwischen auch von den Medien als legitime Meinungsalternative zur Imageweißwäsche gesehen wird. Da helfen auch pseudomässig “aus dem Volk” kommende Industrie- und Polit-Initiativen wie www.prowind.at und einst schwarz-gruen.org nichts.