Nach großzügigen Wahlzuckerln an die Bürger und generösen Geschenken an die Windkraftlobby durch die Regierung muss wieder gespart werden. Flugs keimt auch die Diskussion über die Kosten der Windkraft auf. Während DI Johannes Trauttmannsdorff-Weinsberg und diverse Landesregierungen über die günstige Verwindradelung visionieren, fragen sich immer mehr Bürger, Steuerzahler und Energiekostengeplagte wofür Sie Ihr Geld hinlegen sollen.

Wind ist gratis und kostet doch viel - Artikel aus dem Standard - März 2010 - Online unter: http://derstandard.at/1268700736195/Windenergie-Wind-ist-gratis-und-kostet-doch-viel
War es nicht einst die jahrelang imagemäßig saubergewaschene Windkraft, die als kostengünstiger energie-messianischer Silberstreif am Öko-Horizont erschien? Solange niemand nach den Förderungen, den gesamtwirtschaftlichen Folgekosten und den Vernetzungen von Politk und Adel fragte, war dies möglich. Achtung, DI Hantsch! Die Menschen schauen wieder genauer hin, wofür sie zahlen sollen. Da helfen auch die Selbstbastel-Windräder in den Schulen nicht mehr lange. Wir bitten daher um das Ausdenken einer neuen Blendungs-Strategie für die Bürger. Die aktuelle funktioniert nicht mehr. Sorry.
Die Tricksereien von DI Hantsch & Co. kurz beleuchtet:
Schmäh 1: Windkraft ist eine wichtige Säule der nationalen Energieversorgung und die Nachteile sind minimal
DI Hantsch von der IG Windkraft sagt:”Derzeit werden rund drei Prozent des heimischen Stromverbrauchs in Windparks erzeugt, die nationale Energiestrategie sieht bis 2020 einen kontinuierlichen Ausbau vor.”
Antwort 1: Soviel Aufwand für nur 3%? Was die nationale Energiestrategie betrifft – war da nicht die IG Windkraft und Konsorten federführend, den Vortrieb der Windenergie in ökologisch immer sensiblere Gebiete zu pushen? Arbeitet hier eine Strategie für die ganze Bevölkerung oder gar nur für eine bestimmte Klientel?
Schmäh 2: Die österreichische Windkraftindustrie wird am Wachstum gehindert.
DI Hantsch von der IG Windkraft sagt: “Es ist erstaunlich: Trotz Krise gab es bei der Windenergie weltweit 45 Prozent Wachstum, aber in Österreich keine einzige neue Anlage”
Antwort 2: E-Control entlarvt das sofort: “Hinzu komme, dass die Betreiber mit den Investitionen gewartet hätten, weil schon 2009 klar gewesen sei, dass es für alle im Jahr 2010 genehmigte Anlagen höhere Einspeisetarife geben werde. Diese betragen nun 9,7 Cent je Kilowattstunde, was einer Erhöhung von 29 Prozent entspricht.”
Schmäh 3: Wir wachsen schnell – dann wird alles besser
DI Hantsch: “Die rund drei Prozent des Stromverbrauchs, die bisher aus Windenergie gewonnen werden, könnten auf zehn Prozent oder mehr gesteigert werden, so die IG Windkraft.”
E-Control: “Ökoenergie-Experte Schönbauer kann sich bis zum Jahr 2020 jedenfalls sieben bis acht Prozent vorstellen, das sind jene Werte, die in der Energiestrategie festgelegt sind.”
Faktum ist: Wir alle zahlen für das was einige, wenige kassieren.
Der Standard.at schreibt: “Diese erfolgen seit 2003 fast ausschließlich über die Einspeisetarife und werden von den Stromkunden getragen. Das heißt, ein Windkraftbetreiber bekommt für jede Kilowattstunde Strom, die er ins das öffentliche Netz einspeist, einen per Verordnung festgelegten Tarif, erklärt Christian Schönbauer, Leiter Ökoenergie und Energieeffizienz bei der Regulierungsbehörde E-Control. Dieser Tarif sei wesentlich höher als jener Preis, der für elektrische Energie sonst bezahlt wird und werde jeweils für einen Zeitraum von 13 Jahren ab Inbetriebnahme eines Windrades gewährt.”
Überlegen Sie: Hat jemals schon ein Würstelstandbesitzer eine Preis- und Abnahmegarantie für 13 Jahre im Voraus bekommen? Und das noch gesetzlich verordnet? Hunger haben doch auch alle und immer…
PS.: Eifrige Windkraftverfechter werden nun den Kopf schütteln, stammt doch dieser böswillige Artikel von einem üblen links-liberalen Blatt wie dem Standard. Am besten sollten man mit denen gar nicht mehr reden, oder? Die Krone oder der niederösterreichische ORF hätten das viel besser hinbekommen.