Artikel zum Monat: August, 2009

Tag 312: “Eindeutige Mehrheit von 57% sieht ‘Kampf’ gegen Windpark Hafnerbach als sinnvoll an”

Samstag, August 15th, 2009

Die Inspiration für die etwas peinliche Betitelung stammt diesmal von einer Presseaussendung von Mag. Stefan Hantsch, der im Juni 2009 das recht knappe Bürger-Ja zum Windpark Hafnerbach als “eindeutig” bezeichnete. Daher wagen wir es mit einem Prozentpunkt mehr, diese Beschönigung von ihm zu borgen. Als smarter Presseprofi wird er uns dies sicherlich verzeihen.

Viele der Bürger die damals unter dem Eindruck vieler unvollständiger Informationen, hastig gegründeter und nun völlig unttätiger Alibi-Komitees (“Komitee FÜR den Windpark Hafnerbach”) und unter dem Druck von “der Bürgermeister will’s so” Ja sagten, sind mittlerweile enttäuscht und wandten sich mit interessanten Details an uns. Darunter auch 2 Mitglieder der Energiegruppe, die uns aber bitten ihren Namen ungenannt zu lassen.

Nachdem schon im Vorfeld klar wurde, dass diese Entscheidung eine der “Windkraft-gefährlichsten” in der Geschichte der letzten Zeit zu werden drohte, schoss auch noch DI Felix Montecuccolli das Biker- und Aussichtsturm-Zuckerl nach und starte dann flugs eine doppelbödige Imagekampagne in der KRONE, die im Großraum Hafnerbach/St. Pölten für Amüsement und Kopfschütteln gleichermassen sorgte. Kaum jemand wollte glauben, dass sich der “Wald-Graf” um die Fledermäuse sorge – “wohl eher um die Fledermäuse ohne Fleder”, wie uns ein Leser schrieb. Er meint damit wohl nicht die flinken Waldbewohner, sondern wohl eher das Geld.

57% der Leser der St. Pöltner Bezirksblätter meinen, dass der Kampf gegen den Windpark Hafnerbach trotz Bürgervotum sinnvoll ist (C) Bezirksblätter 2009

57% der Leser der St. Pöltner Bezirksblätter meinen, dass der Kampf gegen den Windpark Hafnerbach trotz Bürgervotum sinnvoll ist (C) Bezirksblätter 2009

Wogen gingen nach Bezirksblätterstory hoch: Windkraft-Prophet und Bürgermeister Griessler diktiert Gemeinderat…
Die Reaktionen auf die kontroversielle Titelgeschichte in der Ausgabe 32 der St. Pöltner Bezirksblätter mit dem Titel “Windpark Hafnerbach so gut wie fix” liess die Wogen hochgehen. Sie finden diesen Artikel zum Nachlesen hier. Darin sagt Bgm. Griessler: “Zwei der sieben Windräder wird‘s auf alle Fälle geben. Die Zustimmung des Hafnerbacher GRs wird definitiv erfolgen.“ und zeigt sich nicht nur als Prophet sondern degradiert auch den Gemeinderat vom demokratisch gewählten Organ zum Handlanger der Windkraftler. Das wollen viele Gemeinderäte nicht so stehen lassen und auch die Leser der Bezirksblätter reagieren dementsprechend. So sprechen sich 57% der Leser für einen weiteren “Kampf” aus. Wobei Kampf das falsche Wort ist – es geht um Transparenz und Demokratie – 2 Ingredenzien, die der offizielle Chefkoch der Gemeinde Hafnerbach nicht zu schätzen weiss, wenn er seine dünne Windkraftsuppe gemäss Energiekochbuch mit gequältem Lächeln brauen muss.

Maulkorb für “Energiegruppe Hafnerbach” – Windpark ist nun Chefsache…

Der Energiegruppe wurde offenbar vom Bürgermeister ein Maulkorb verordnet (auch uns hat Bgm. Griessler am 25. Mai 2009 folgendes gebeten “Ich möchte Sie hiermit höflich bitten, die Energiegruppe nicht mehr zu belästigen. In der Hoffnung auf Einsicht verbleibe ich”). Diese musste zur Monate dauernden Auswertung von Fragebogen zurückziehen. Entgegen der Ankündigung der Energiegruppe “viel Öffentlichkeitsarbeit” machen zu wollen, herrscht Schweigen im Wald und die Causa “Windpark Hafnerbach” und wurde zur Chefsache. Wir sprechen dabei aber nicht von Bürgermeister Griessler….denn die wahren Chefs sitzen anderswo (Fortsetzung folgt)

Tag 302: “DI Felix Montecuccoli: Ein unglaubwürdiges Doppelspiel – Imagekampagne in den Medien bei gleichzeitigem Profitieren von Windkraftwerken im Wald”

Mittwoch, August 5th, 2009

Offenbar halbherzig beraten von PR-Leuten startete DI Felix Montecuccoli, der Präsident des Verbandes der Wald- und Forstbesitzer Österreichs, Mitte Juli 2009 eine Imagekampagne in der Kronen-Zeitung, die an Zweigleisigkeit seinesgleichen sucht.

Unter dem Titel “Die Seele des Waldes” und der Aufforderung “Schicken Sie uns Ihr schönstes Waldfoto” versuchte der von scheinbar sinkenden Beliebheitswerten geplagte Wald- und Forstbesitzer sein Image aufzupolieren. Eine Bemühung, die den Forst-Unternehmer unserer Meinung nach noch weiter dort hinbringt, wo er sicherlich nicht sein möchte, nämlich in eine unglaubwürdige Position.

DI Felix Montecuccoli, Präsident des Wald- und Forstbesitzerverbandes, in der KRONE (C) Juli 2009, Mediaprint

DI Felix Montecuccoli, Präsident des Wald- und Forstbesitzerverbandes, in der KRONE (C) Juli 2009, Mediaprint

DI Felix Montecuccoli: Natur nützen statt Natur schützen?
Während der Diplomingenieur und Präsident des Verbandes der Wald- und Forstbesitzer Österreichs mit den Slogans “Natur nützen. Natur schützen” und “Umweltschutz ist unsere Natur” öffentlich präsent ist, können seine unternehmerischen Aktivitäten rund um die Errichtung des “Windpark Hafnerbach” als ökologisch kontraproduktiv gesehen werden. Im Licht der kolportierten Abgeltung der Beherberbung der Windräder auf seinem Grund (6.000 € pro Windrad und Jahr – bei einer Betriebsdauer von 20 Jahren satte 600.000 €) wird jedoch einiges verständlicher. So gesehen kann der Slogan der Wald- und Forstbetriebe “Natur nützen. Natur schützen” mit eindeutigem Fokus auf das “finanzkräftige” Nützen interpretiert werden. Traurig ist dabei, dass dabei der Aspekt des “Schützens” zurücktreten muss.

Feldermaushaus und Windkraftwerke im Wald – der Gipfel an Zwiespältigkeit.

Die oben erwähnte Halbherzigkeit einer wahrscheinlichen PR-Beratung von DI Montecuccoli wird durch die Tatsache verstärkt, dass dieser beim Foto-Wettbewerb in der KRONE auch ein Fledermaushaus verlost. Für jeden, der die Empfehlung der EUROBATS-Studie kennt, entweder der Ausdruck von Unwissen oder einer bewussten Verhöhnung von tierliebenden Menschen. Spricht sich doch die Studie in ihrer Empfehlung eindeutig gegen Windkraftwerke im Wald aus.

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