Artikel zum Monat: Juni, 2009

Offener Brief: 10 Fragen an ÖVP-Bgm. Griessler zur “Causa Windpark” als Gradmesser für Demokratie und Transparenz

Montag, Juni 29th, 2009

Aufgrund von Bürgerhinweisen und der zunehmenden Anzahl an demokratischen Ungereimtheiten richtet das Komitee zum Schutz des Dunkelsteinerwaldes einen offenen Brief zur „Causa Windpark“ an den Hafnerbacher Bürgermeister Griessler. Finden Sie hier die 10 Fragen aus dem offenen Brief an Bürgermeister Griessler:

1) Bruch der vereinbarten Partei-Neutralität: „Wie lassen sich das öffentliche Engagement von Ihnen und SPÖ-GR Rudolf Kernstock in den zwei folgenden Interessensvereinigungen mit der zuvor im Gemeinderat beschlossenen Partei-Neutralität zum Thema Windpark vereinbaren? Konkret geht es darum, dass Sie beide sowohl a) in der „Energiegruppe Hafnerbach“ (die sich in einer Aussendung klar zum Projekt bekannte), wie auch b) im „Komitee für den Windpark Hafnerbach“ vertreten und aktiv sind?“

2) Steuergelder zur Bewerbung des Projektes „Windpark Hafnerbach“ der Betreiber-Firma: „Wie erklären Sie der Öffentlichkeit die Tatsache, dass ein 4 seitiger Farb-Folder der „Energiegruppe Hafnerbach“, der an alle Haushalte erging, eine klare Befürwortung des Projekts auf Seite 4 beinhaltete, ein Projekt eines Privatbetriebes bewirbt, mit Steuergeldern finanziert wurde und noch dazu Pro-Windpark Inhalte überwogen haben, obwohl die Energiegruppe sich immer als neutraler Part positionierte? Wie hoch sind die Kosten dafür gewesen? Gibt/gab es weitere Zuwendungen für oder von den Betreibern an die Gemeinde oder an Energiegruppenmitglieder?“

3) Rolle und Richtungsschwenk der „Energiegruppe Hafnerbach“:
„Welchen rechtlichen Status hat die Energiegruppe Hafnerbach (Gemeindeorgan, Verein, etc.)? Auf welcher Basis hat die Energiegruppe Hafnerbach Ihre Entscheidungen getroffen? Wie kann Einsicht in diese Unterlagen genommen werden? Warum agierte die Energiegruppe im März 2009 noch als neutraler Part und bezog im Mai 2009 öffentlich für den Windpark Stellung?“

4) Energieleitbild „Energieautarkie“ als Windkraftvorbereitung:
„Wissen Sie, dass rechnerisch betrachtet ausschließlich Windkraftanlagen, die von der Energiegruppe proklamierte und (ebenfalls nur rechnerisch mögliche) Energieautarkie ermöglichen können? Warum hat die Gemeinde gerade dieses Energieleitbild gewählt? Wie soll die Gemeinde Hafnerbach in 20 Jahren oder schon zuvor von dieser Autarkie im Krisenfall profitieren bzw. versorgungssicherer werden?“

5) Volkswirtschaftlich nachteilige Aspekte der Windkraft: „Wie stehen Sie zu den Behauptungen, dass sämtliche Energiesparmaßnahmen volkswirtschaftlich kostengünstiger und klimabezogen sinnvoller sind? Wie stehen Sie zu den Behauptungen, dass Windkraft ein bis zu zehnmal teurerer Weg der Einsparung von Treibhausgasen darstellt? Wie stehen Sie zu den Behauptungen, dass der Emissionszertifikate-Handel in der EU nur zu einer Verschiebung des Treibhausgasproblems führt?“

6) Regionsimage und Landschaftsbild: „Wie lassen sich die Ziele der Betreiber mit dem Regionsimage der von der ARGE Dunkelsteinerwald („Still, schön, mystisch“), dem Leitbild des Arbeitskreises Wachau („Keine Kraftwerke in der Region“) und der LEADER-Region Wachau-Dunkelsteinerwald vereinbaren? Wie begründen Sie die Auswirkung auf das Landschaftsbild?“

7) Fehlen der Bereitstellung von ausgewogenen Entscheidungsgrundlagen:
„Mit Hilfe welcher Maßnahmen, Publikationen, Veranstaltungen, Aushänge, Ratgeber, etc. hat die Gemeinde Hafnerbach für eine ausgewogene Pro- und Contra-Information der Bürger gesorgt?“

8) Fehlende Information von Bürgern bezüglich Einspruchsrecht: „Wie und wann haben Sie die Öffentlichkeit und die Anrainer darüber informiert, dass Anrainer rund um das geplante Windpark-Areal über ein Einspruchsrecht verfügen?“

9) Wirtschaftliche Verflechtungen im Vorfeld als Projekttreiber: „Warum veröffentlichte Raiffeisen-Leasing im Dezember 2008 eine positive Pressemeldung über die Energieautarkieziele der Gemeinde Hafnerbach? Existieren wirtschaftliche Verflechtungen im Umfeld der Energiegruppenaktivitäten bzw. im Vorfeld des Projektes „Windpark Hafnerbach?“

10) Entscheidungsgrundlagen für weitere Vorgangsweise der Gemeinde: „Auf Basis welcher Unterlagen wird der Gemeinderat über die weitere Vorgangsweise (Umwidmung, …) entscheiden? Wie kann Einsicht in die Dokumente genommen werden? In welchem Umfang, auf welcher Basis und in welcher Form werden die betroffenen Nachbargemeinden von den Vorhaben informiert werden?“

Aktualisierung: Finden Sie hier die Antworten von Bgm. Griessler (vom 8. Juli 2009) ungekürzt und in voller Länge (Seite 1Seite 2Seite 3Seite 4).

Tag 262: “SPÖ-GR Kernstock: Partei muss neutral bleiben – ich aber nicht!”

Donnerstag, Juni 25th, 2009

Wir lernen täglich – Sie wahrscheinlich auch. Der neueste Interview-Schmunzler stammt von GR Rudolf ‘Rudi’ Kernstock und seinem Verständnis von Neutralität, das auch sein Verhältnis zur Partei widerspiegelt. Das lautet offenbar: “Ich kann machen, was ich will – und die Partei auch.” Für uns gelebte Neutralität, super Demokratieverständnis und Top-Solidarität zu den Parteikollegen in ganz Österreich.

Dazu unser Vorwurf und die Antwort von GR Rudolf Kernstock (NÖN, 22.6.2009 – Seite 46)
Vorwurf: Des weiteren ist man seitens des Komitees von manchen Gemeindepolitikern enttäuscht. “Die Neutralität der Politiker zu diesem Thema war nicht gegeben, obwohl diese im Gemeinderat beschlossen wurde“, wirft das Komitee unter anderem Bürgermeister Josef Grießler und SPÖ-Chef Rudi Kernstock vor.

Antwort: Rudi Kernstock mahnt die Windparkgegner: “Wer in einer Demokratie leben will, der muss demokratische Entscheidungen akzeptieren” und erklärt weiter “im Gemeinderat wurde ausschließlich beschlossen, dass sich die Parteien selbst neutral positionieren, und dass das Ergebnis der Volksbefragung als bindend anzusehen ist. Meine persönliche Meinung – und das wissen alle – war von Anfang an die, dass für mich Winkraft als kontrollierbare Energiequelle neben Wasserkraft oder Photovoltaik eine sehr gute Alternative zu Atomstrom ist.”

Also was können wir daraus lernen? GR Rudolf Kernstock ist also kein Mitglied der Partei. Oder: Wie kann eine Partei neutral sein, wenn es der Vorsitzende nicht ist?

Tag 261: “Vorwärts Kameraden – der Dunkelsteinerwald und die Wachau sind noch nicht voll…”

Mittwoch, Juni 24th, 2009

Wie es mit der Sichtbarkeit für die Wachau und den Dunkelsteinerwald wirklich aussieht, werden wir Ihnen in den nächsten Tagen zeigen. Legendär in diesem Zusammenhang der Spruch von DI Stefan Parrer in der NÖN – auf die Sichtbarkeit von der Wachau aus angesprochen: “Da kommt es darauf an, wo man steht.” Keine Frage – wir stehen auf der Gegnerseite. Kein Wunder, dass die Betreiber die sonst so beliebten Sichtbarkeitsdiagramme in diesem Fall zurückhalten…sie werden staunen, warum.

Beispielschnitte - Sichtbarkeitsprüfung des Windparks Hafnerbach - exportiert in BEV-Karte

Beispielschnitte - Sichtbarkeitsprüfung des Windparks Hafnerbach - exportiert in BEV-Karte

Langsam wird es Zeit, dass sich ARGE Dunkelsteinerwald, AK Wachau und die LEADER-Region Stellung beziehen, da der Gemeinderat in Hafnerbach nun verpflichtet ist, sich des Projektes anzunehmen. Viel Spass auf jeden Fall schon einmal allen Wachau- und Dunkelsteinerwald-Touristen ab 2011, wenn der Hafnerbacher Alleingang nicht gestoppt wird.

Tag 260: “Ok – wir haben Sie belogen und wurden enttarnt! Finden Sie hier unser Geständnis.”

Dienstag, Juni 23rd, 2009

Im folgenden eine Satire in 4 Fragen, die die Skurrilität der Vorgänge in Hafnerbach verdeutlicht…

LÜGE 1, die wir zugeben müssen:
NÖN: “Ing. Schaberger sagt: Die Energiegruppe gibt es schon länger als die Diskussion über die Windräder, die Unterstellungen des Komitees sind populistisch.”
Wir antworten: “Hier haben wir bewusst gelogen. Die Betreiberpläne datieren auf Oktober 2008, der erste Artikel in der KRONE erschien am 12. Oktober 2008 auf Seite 27. Die Energiegruppe Hafnerbach wurde im November 2008 gegründet und hatte im Dezember 2008 ihre erste Sitzung. Wir halten fest: Die letzten drei Monate eines Jahres lauten in aufeinanderfolgender Reihenfolge folgendermassen: Dezember, November und schliesslich der Weihnachtsmonat Oktober. Hier haben wir ziemlich plump gelogen – und haben das spätestens bei der Christmette am 24. Oktober 2008 bereut. Lüge aufgedeckt – Ok, 1:0 für Herrn Ing. Schaberger.”

LÜGE 2, die wir zugeben müssen:
NÖN schreibt: “Während über die geplanten Windräder gestritten wird, erhebt die Energiegruppe Hafnerbach den Energieverbrauch der Bevölkerung. [...] Indessen positioniert sich die Energiegruppe als neutraler Part in dieser Debatte.”
Wir antworten: “Das stimmt. Wir hatten niemanden zum Streiten und haben mutwillig mit allen gestritten – die Energiegruppe war schon immer neutral und war so höflich mit uns zu streiten. Dies begann schon bei unserem Hearing vor der Energiegruppe im März 2009, die sowohl Befürworter als auch Gegner anhörte. Damit übernahm die Energiegruppe gar keine Rolle, schon gar keine politische. Danach wurde die Energiegruppe noch neutraler und schliesslich sogar so neutral, dass viele Energiegruppenmitglieder nun Mitglied im “Komitee für den Windpark Hafnerbach” sind und manche sogar drei Funktionen bekleiden: Gemeinderat, Energiegruppenmitglied und Mitglied im Komitee für den Windpark Hafnerbach. Neutraler geht’s nicht – keine Frage. Lüge aufgedeckt. 2:0 für die Energiegruppe.”

LÜGE 3, die wir zugeben müssen:
NÖN: “Ing Schaberger sagt: Wir sind inzwischen sehr skeptisch bei der Beantwortung von Fragen des Komitees, da wir vermuten, dass diese wieder einmal die Sinnhaftigkeit verdrehen”
Wir antworten: “Die Sinnhaftigkeit der Fragen oder der Antworten? Na egal. Hier haben wir sehr bewusst gelogen – die Energiegruppe hat alle dreissig Fragen sofort und umfangreich schriftlichst beantwortet und wir verschweigen dies um diese in einem schlechten Licht darzustellen.Die Energiegruppe verschwieg dies aus Mitgefühl mit uns offenbar auch dem Rest der Welt – Ing. Schaberger kann sicher die Antworten auf unsere 30 Fragen der Öffentlichkeit übergeben. Ok – Lüge aufgedeckt. 3:0 für die Wahrheit.”

LÜGE 4, die wir zugeben müssen:
NÖN:“Ing. Schaberger sagt: Nur durch Windenergie alleine wird Hafnerbach auch nicht energieautark werden, schon alleine deswegen, weil die gewonnene Energie ins Stromnetz der EVN eingespeist wird.”
Wir antworten: “Ein kleiner Trick von uns, um die Windkraft zu diffamieren. Wir haben die Atom-Autarkie nach dem Muster von Atomhaag (OÖ) und Kerning (Bgld.) zum Vorbild genommen und haben die Bürger bewusst getäuscht. Wir haben auch den “Energiesaukasten” erfunden, mit dem wir dann die Hafnerbacher eingewickelt haben und haben einen Strahlenfragebogen ausgegeben, dessen Auswertung ca. 2000 Jahre dauert (Halbwertszeit eines Fragebogens). Ziel des Energie-Saukastens ist die massive Verschwendung von Energie, damit die Atom-Produzenten, die wir nicht persönlich kennen, neue Kraftwerke errichten können. Dieser Energie-Saukasten wurde uns übrigens von der NÖ Atomenergiekomission zur Verfügung gestellt und stammt nicht von der Atomwerkstatt GmbH aus Strahling (OÖ). Wir leugnen auch jeden Kontakt zur IG Atomkraft, die schon Protönchen an kleine Kinder austeilt, um diese für die Atomenergie zu gewinnen.Wir wollen auf jeden Fall Atomkraft in Hafnerbach und gründen gleich morgen früh eine elektronen-neutrale Kerngruppe mit dem Ziel der Strahlen-Autarkie. Atomstrom ist nämlich waldfreundlich – so schaut’s aus. Das und nichts anderes ist die Wahrheit. 4:0 für das Komitee für den Windpark Hafnerbach.”

Wenn’s nicht so lustig wäre, müsste man weinen…Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall einen vorgezogenen fröhlichen Fasching mit dieser Satire und werden uns Ende der Woche wieder ernsthafter mit einer Überraschung melden. Ihr Komitee.

Tag 256: “RENERGIE Boss Plank spricht Klartext: Zuwenig Geld in Österreich – wir gehen in den Osten”

Samstag, Juni 20th, 2009

Also immer wieder wurde uns versichert, dass es um die Umwelt ginge. Um das Klima, um die Sicherheit der Versorgung, um Energieautarkie, kurz: um all die schönen Sachen, die wir brauchen um ein glückliches Völkchen zu sein. Jetzt gibt da, der auf wundersame Weise zu RENERGIE (Raiffeisen-Gruppe) gewechselte und vormaliger Polit-Förderer der Windkraft in NÖ, Ex-LR Plank ein Interview und sagt uns ganz gemein ins Gesicht, es ginge um’s Geld. Wir sind enttäuscht. Von welchem Potential spricht der Herr? Vom Potential für Gewinne oder vom Potential für Österreich noch abhängiger von der Windkraft zu sein oder vom Potential bei erneuerbaren Energien?

EX-LR Plank (Renergie) im Wirtschaftsblatt-Interview (c) Wirtschaftsblatt.at

EX-LR Plank (Renergie) im Wirtschaftsblatt-Interview (c) Wirtschaftsblatt.at

Wer soll nun unser Land retten? Wer sorgt für die Energieversorgung Hafnerbachs? Ist DI Stefan Parrer etwa nicht seit 19. Jänner 2009 unentgeltlich Geschäftsführer des nicht-existenten Windparks? Wenn nein, wer zahlt denn das? Und wer zahlte die Druck-Kosten für den Folder der Energiegruppe, die für den Windpark Hafnerbach wirbt? Bgm. Ing.Griessler als Bürgermeister? Ing. Josef Griessler als Energiegruppenmitglied? Josef Griessler als Privatperson und Mitglied des Komitees für den Windpark Hafnerbach?

Tag 254: “Neutral, neutraler, am neutralsten – manche Gemeindevertreter in Hafnerbach”

Donnerstag, Juni 18th, 2009

Ein paar Punkte zum Nachdenken, was die Neutralität mancher Gemeindevertreter betrifft…

Die NÖN schreibt in einem Artikel vor 2 Wochen: “Während über die geplanten Windräder gestritten wird, erhebt die Energiegruppe Hafnerbach den Energieverbrauch der Bevölkerung. [...] Indessen positioniert sich die Energiegruppe als neutraler Part in dieser Debatte.”

Wir antworten: “Alles sehr neutral. Dies begann schon bei unserem Hearing vor der Energiegruppe im März 2009, die sowohl Befürworter als auch Gegner anhörte. Damit übernahm die Energiegruppe gar keine Rolle, schon gar keine politische. Danach wurde die Energiegruppe noch neutraler und veröffentlichte einen Folder, der auf der letzten Seite äusserte: “Wir befürworten das Projekt Windpark Hafnerbach” und schliesslich sogar so neutral, dass manche Energiegruppenmitglieder dann noch Mitglied im “Komitee für den Windpark Hafnerbach” sind und manche sogar drei Funktionen bekleiden: Gemeinderat, Energiegruppenmitglied und Mitglied im Komitee für den Windpark Hafnerbach. Dazu gehören unter anderem ÖVP-Bgm. Griessler und SPÖ.GR Rudolf Kernstock. Neutraler geht’s nicht – keine Frage.”

Tag 252: “Noch breitere Front gegen Windenergie im Dunkelsteinerwald – Übrigens: Kann das Ding denn nicht mal von alleine stehen?”

Dienstag, Juni 16th, 2009

Wenn wir schon von “stehen” sprechen: Fest steht auf jeden Fall, dass sich sowohl ÖVP-Bgm. Penz (Winter 2009, NÖN) und ÖVP-Bgm. Neumayr (Sommer 2009, NÖN) in den Medien skeptisch bis abschlägig über Windkraftnutzung im Wald und damit in der Region Dunkelsteinerwald ausgesprochen haben. Zu sehr liegt den beiden wohl diese Region am Herzen – eine Region, die das offizielle Hafnerbach wohl nicht zu schätzen weiss – 44% der Hafnerbacher Bürger allerdings schon. Die SPÖ-Opposition in Neidling und Karlstetten bekennt sich sogar schon seit Monaten im Internet öffentlich gegen die Windräder. Da also insgesamt 5 von 7 Windrädern von der Zustimmung der Nachbargemeinden abhängig sind und damit gehörig wackeln, stellt sich auch an dieser Stelle wieder die Frage nach der Rentabilität der Windkraft im Allgemeinen.

Subventionsabhängigkeit der Windenergie - Karikatur von Roger (C) www.karikatur-cartoon.de

Subventionsabhängigkeit der Windenergie - Karikatur von Roger (C) www.karikatur-cartoon.de

Wie Sie ja wissen ist Windkraft nicht der Marktwirtschaft unterworfen, sondern von staatlich festgelegten Abnahmepreisen abhängig. Das heisst, ein Privatunternehmen lässt sich seine Produkte subventioniert abkaufen und kann die Gewinne dann einstreifen. Das Ganze trägt das Ettikett “Ökoenergieförderung”. Wenn es öko wäre, würden wir ja ein Auge zudrücken. Ist es aber nicht…

Wie schon an anderer Stelle erwähnt ist, die Windkraft ein ziemlich teurer Weg zur Vermeidung von Emissionen (wir haben darüber berichtet – bitte lesen Sie hier: “Windkraft ist eine teure Form der CO2-Reduktion“) – ein weiteres Problem ist der Emissionshandel (Eingesparte Treibhausgase können an andere Länder verkauft werden – bitte lesen Sie hier: “Windräder bringen nichts für CO2-Ziel“), der sämtliche Klimaschutzavancen zunichte macht. Was bleibt ist das Profitieren von der Angst – Atomkraftkeule inbegriffen – und das Hantieren mit dem Geld der Bürger. Eine kleine Denkaufgabe: Die weiteren Windräder im Windpark Haindorf-Inning werden erst errichtet, wenn die Einspeistarife steigen. Ist das Marktwirtschaft? Nein – es ist die Abhängigkeit von (indirekten, aber dennoch) Subventionen, die wir alle in Form der Stromrechnung zahlen. Gleichzeitig soll die Windenergie aber doch so wirtschaftlich sein. Das einzige, was dem Gesetz des freien Marktes folgt, ist die Wahl des Aufstellortes – in unserem Fall der Wald. Das ist sinnlos und darum sagen nicht nur wir, sondern auch die umliegenden, vernünftigen Gemeindepolitiker auch NEIN zu Windkraft im Dunkelsteinerwald.

Ach ja, weil sicher einige Leser darauf warten: Heute soll ja Tag des Windes sein – so wollen es zumindest manche. Wir wollen diesen als Tag des Gegenwindes begehen. Als kleine Hommage an die Promo-Maschinerie zum Tag des Windes wollen wir deren Slogan auf “Über die Windkraft”, der im Original lautet : “Der Wind liefert uns die Energie, die wir brauchen, vor unserer Haustür – wir müssen sie nur ernten.” noch wie folgt anpassen: “Der Bürger liefert uns sein Geld, das wir wollen, direkt durch seine Steckdose – wir brauchen ihn nur melken.” (c) Originalspruch von “Tag des Windes”-Webseite.

Tag 245: “Windkraft-Tycoon DI Johannes Trauttmansdorff-Weinsberg gibt Eis-und Ertrags-Probleme offen zu!”

Dienstag, Juni 9th, 2009

Offenbar lernresistent und mit einer gesunden Portion Trotz vom Tauernwindpark-Ertragsdebakel ausgestattet will es der Windkraft-Tycoon aus Pottenbrunn DI Johannes Trauttmansdorff-Weinsberg noch einmal genau wissen und strebt deshalb in den Wald um das Geschäftsmodell “Wind im Wald” zu testen.Bei einer Betreiber-Veranstaltung im Jahr 2007 gab sich der sonst so zurückhaltende Geschäftsmann offen und sprach auch dementsprechend frei über seine Probleme beim Tauernwindpark. Hier finden Sie Ausschnitte aus der Präsentation von DI Johannes-Trauttmansdorff-Weinsberg im Rahmen der E & F 2007. Alle Bilder und Texte stammen von seiner Präsentation – einer der wenigen Momente, in denen der sonst knallharte Geschäftsmann, Einblick gewährt.

DI Johannes-Trauttmansdorff-Weinsberg von der Tauernwindpark GmbH berichtet im Jahr 2007 freimütig von seinen Problemen - Alle Bild- und Text-Rechte beim Verfasser

DI Johannes-Trauttmansdorff-Weinsberg von der Tauernwindpark GmbH berichtet im Jahr 2007 freimütig von seinen Problemen - Alle Bild- und Text-Rechte beim Verfasser

Die Bilder von abgeworfenen Eisbrocken und mit mehr als 5 cm langem Eisansatz sprechen eine klare Sprache. DI Trauttmansdorff-Weinsberg wollte hier wahrscheinlich auch andere Betreiber bei dieser Konferenz warnen. Insidergerüchten aus der Windbranche zufolge soll er jedoch mehrmals vor den Problemen in dieser Region angesprochen worden sein, beharrte jedoch auf eine Errichtung des Tauernwindparks, um als österreichischer Pionier von “Wind in den Bergen” in die Geschichte einzugehen. Sein Partner Karl (Kari) Khevenhueller tut es ihm übrigens gleich und versucht sich nun in Kärnten.

Wenn schon EVN und andere Betreiber in Ihren (übrigens identen!) Broschüren immer behaupten, dass der Winter 2/3 des Ertrags einbringt, dann wird Ihnen wohl der Dunkelsteinerwald einen Tauernwindpark II bescheren. Wissen die Investoren davon? Wurde darüber bei der Jause im defizitären Sternwind-Park geplaudert? Wie schaut’s aus mit Eiswurf? Wie schaut’s aus mit der Sicherheit? “Das gibt’s fast nimmer” hört man zum Beispiel vom smarten Stefan Parrer. Unser Pottenbrunner Windkraft-Tycoon demonstriert treffsicher, dass selbst modernste Technologie nicht vor Eiswurf und Betriebs-Stillstand schützt.

Tag 244: “Bundesverband zum Schutz des Waldes“ gegen Windkraftwerke in Waldgebieten wird nun aktiv!

Montag, Juni 8th, 2009

Neugegründeter “Bundesverband zum Schutz des Waldes“ setzt nun österreichweit Zeichen gegen “Windkraftwerke in Waldgebieten”
Zusammenschluss fünf regionaler Organisationen als Gegengewicht zur zunehmenden Planung und Errichtung von Windkraftwerken in Waldgebieten und wertvollen Naturlandschaften.

Mit der Gründung will der neugegründete Verband ein österreichweites Signal an die politischen Verantwortlichen und die Bevölkerung gegen die Errichtung von Windkraftwerken in Waldgebieten sowie wertvollen Naturlandschaften. Für den Bundesverband steht die Errichtung von Windkraftwerken in bedeutenden Waldgebieten im klaren Gegensatz zu verantwortungsbewusster Ökologie, proaktivem Artenschutz und gelebter Regionsidentität stehen. Zur Zeit konkret betroffen sind die Waldregionen Dunkelsteinerwald (NÖ – Projektname: Windpark Hafnerbach), der Kobernausserwald (OÖ – Windpark Silventus und Windpark Munderfing) sowie der Lehmberg (Salzburg: Windpark Kolowind).

Bundesverband verfügt bereits über 9.500 Unterschriften gegen Windkraft im Wald
Der Bundesverband zum „Schutz des Waldes“ besteht aus folgenden Mitglieds-Teilorganisationen und verfügt damit über 9.500 Unterschriften von Bürgern, die sich klar gegen “Windkraftnutzung im Wald” aussprechen. Die Teilorganisationen und deren Sprecher sind: Verein zum Schutz des Kobernausserwaldes (Bezirk Braunau/OÖ: DI Günter Hertwich), Verein zum Schutz des Waldes (Bezirk Ried/OÖ: OStR Mag. Johann Aschenberger), Initiative Waldschutz (Bezirk Hollabrunn/NÖ: Rudolf Erdner, MAS), Komitee zum Schutz des Dunkelsteinerwaldes (Bezirk St. Pölten/NÖ: Fridolin Knoblach), Bürgerinitiative gegen den Windpark am Lehmberg (Bezirk Salzburg Umgebung). In der konstitiuierenden Sitzung wurden dabei Fridolin Knoblach (NÖ) zum Bundes-Vorsitzenden und Evelyn Grasinger (NÖ) als Presse-Referentin gewählt.

Energiewirtschaftliche Bedeutungslosigkeit von “Wind im Wald”: 100 Windparks mit 10 Windkraftwerken = nur 1% von österreichischer Energie
Selbst 100 Windparks zu je 10 Windkraftanlagen in Österreichs Wäldern würden nur kapp 1% von Österreichs derzeitigem Gesamt-Energieverbrauchs entsprechen. Wenn man dem entgegensetzt, welcher Schaden dadurch an Österreichs Wäldern und Voralpenregionen durch diese 100 Windparks angerichtet würde dann zeigt sich das Ausmaß der Verantwortungslosigkeit der Windkraftlobby. Erholungslandschaft und Tourismus bleiben auf der Strecke. Im Gegensatz dazu ist das Einsparungspotential durch Effizienzsteigerung und Anpassungen in den Verbrauchsgewohnheiten mit mindestens 25 % des Verbrauchs von wirklicher energiepolitischer Bedeutung.

Tag 243: “Zwischenstand 0:1 gegen ‘Windkraft im Wald’. Mit voller Kraft in die zweite Halbzeit zum 2:1!”

Sonntag, Juni 7th, 2009

Ein für uns und für 44% der Hafnerbacher Bürger enttäuschendes Ergebnis soll man nicht schön reden, denn immerhin haben 56% der Bürger bei einer sehr hohen Wahlbeteiligung sich grundsätzlich für die mögliche Errichtung eines Windparks am Dunkelstein ausgesprochen. Ihnen und allen Wählenden wollen wir den Respekt aussprechen und auch Ihre Stimme hören. Die Bürgerbefragung wäre die erste und einfachste Gelegenheit gewesen, den Windpark abzuwenden. Die Wahlbeteiligung von 76% spricht eine klare Sprache, wie sehr das Thema jeden berührte. Soweit zur schlechten Nachricht. Verdaut, diskutiert und akzeptiert. “Gefreut hat es uns natürlich nicht”.

Doch nun zur guten Nachricht: Wir machen weiter! Gestern noch haben wir diskutiert, wie es den weitergehen würden, wenn die Bürger dem Windpark ein vorzeitiges Aus beschieden hätten. Wir hätten unsere Aktenordner in den Keller geräumt, Dankes-Mails an alle Mitstreiter geschrieben und zu einem Fest geladen. Nun verlängert sich der Kampf gegen diesen ökologischen Widersinn. Es gibt vieles noch zu berichten, was wir vor der Abstimmung nicht sagen wollen und es wird noch eine Reihe dazukommen, zu dem, was wir erst erahnen können. Sie werden es hier als Erstes erfahren und gleich morgen Abend, werden wir nach eine kleinen Ruhepause heute abend in Ihrem 44%-igen Auftrag und dem vieler Bürger aus den Nachbargemeinden und im Rest Niederösterreichs an die Arbeit machen. Die ersten Mails trudeln schon ein: “Macht ihr eh weiter?”, “Bitte nicht aufgeben…”. Nein, nein, nein. Keine Angst – wir machen weiter – für Sie mit voller Kraft! Amüsant das Mail eines sonst völlig unauffälligen Energiegruppenmitglieds, keine Angst sie bleiben ungenannt – weil als Privatperson aufgetreten, das uns mit ein paar Bemerkungen süffisant das Wahlergebnis weiterleiten wollte und dabei das Attachment vergass.

Schreiben Sie uns, was Sie denken…vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Liebe Grüße, Ihr Komitee zum Schutz des Dunkelsteinerwaldes

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